Die Kartoffelernte ist futsch: Sachsens Bauern leiden wegen Landratsamt

Großdubrau - Bauer Udo Noack (59), Chef der Agrargenossenschaft "Heidefarm Sdier", ist aufgeschmissen: Für seine Kartoffeln braucht er Wasser aus der Kleinen Spree, sonst geht die Ernte krachen.

Udo Noack (59) kann seine Kartoffelernte vergessen: Das Kartoffelkraut ist gelb, die Knollen sind viel zu klein. Bewässern darf er nicht.
Udo Noack (59) kann seine Kartoffelernte vergessen: Das Kartoffelkraut ist gelb, die Knollen sind viel zu klein. Bewässern darf er nicht.  © Eric Münch

Aber das Landratsamt Bautzen sagt kategorisch Nein.

In der Lausitz fehlen 80 bis 100 Milliliter Wasser pro Quadratmeter im Vergleich zum Vorjahr, meint der Agraringenieur Udo Noack. Seine 35 Hektar Kartoffeln hätte er im Frühjahr dringend beregnen müssen.

Aber das wurde ihm verboten. Er darf sich von Amtswegen noch nicht einmal aus einem eigens angelegten Vorratsteich bedienen.

Das Nein vom Landratsamt Bautzen ist keine Schikane. Seit 2019 gilt ein Entnahmeverbot aus der Kleinen Spree. Dem Gewässer geht es genauso schlecht wie Noacks Kartoffelpflanzen.

Der Durchfluss am maßgeblichen Pegel Burg liege derzeit deutlich unter dem mittleren Niedrigwasserabfluss (0,23 m3/s), so das Landratsamt auf Nachfrage.

"Das Wasser, welches die Heidefarm begehrt, ist also schlicht nicht vorhanden", so eine Sprecherin und empfiehlt dringend die Anlage von Brunnen.

Wie Sand: Die Böden der "Agrargenossenschaft Heidefarm Sdier" brauchen dringend Wasser.
Wie Sand: Die Böden der "Agrargenossenschaft Heidefarm Sdier" brauchen dringend Wasser.  © Eric Münch

Der Bauer muss weiter ausharren

Udo Noack hilft das wenig. Die Kartoffeln sind weitgehend vertrocknet, die Ernte ist futsch. Die Landwirtschaft muss sich langfristig umstellen, fordert das Landwirtschaftsministerium, und neue Pflanzenarten anbauen wie Hirse oder Soja.

Aktuell reagieren kann Udo Noack also nicht. Fürs nächste Jahr muss er auf mehr Regen hoffen. Oder beten.

Titelfoto: Eric Münch

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