"Katastrophe von nationaler Tragweite": Sachsen hilft im Kampf gegen das Hochwasser

Dresden - Nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands mit Dutzenden Toten in NRW und Rheinland-Pfalz hat auch Sachsen Hilfe angeboten.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) erinnert sich aufgrund des aktuellen Wetter-Chaos an das Jahrhunderthochwasser in Sachsen im Jahr 2002.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) erinnert sich aufgrund des aktuellen Wetter-Chaos an das Jahrhunderthochwasser in Sachsen im Jahr 2002.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Das Hochwasser ist eine Katastrophe von nationaler Tragweite", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) am Donnerstag.

Laut Kretschmer bot der Freistaat den Landesregierungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Hilfe zur Beseitigung der Unwetterschäden an.

Zugleich sagte er: "Diese betroffenen Regionen brauchen schnelle und unbürokratische Unterstützung vonseiten des Bundes, so wie sie auch Sachsen beim Jahrhunderthochwasser 2002 erhalten hat."

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Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (49, FDP) bot Hilfe an. "Wir haben während der Elbehochwasser selbst unglaubliche Solidarität aus ganz Deutschland erlebt und stehen nun bereit, unseren Beitrag zur Bewältigung dieser Krise zu leisten", teilte das Rathaus am Donnerstag mit.

Umweltminister Wolfram Günther (48, Die Grünen) erinnerten die Bilder ebenfalls an vergangene Hochwasser im Freistaat: "Die Sächsinnen und Sachsen mit ihrer noch jungen Erfahrung von zwei Jahrhunderthochwassern können gut verstehen, was es bedeutet, liebe Menschen zu verlieren oder Hab und Gut zerstört zu sehen", erklärte der Grünen-Politiker.

"Die Zerstörungen, die die Fluten – in Sachsen in geringerem Maß als im Westen der Republik – angerichtet haben, sind erschütternd", so Günther.

Auch in Sachsen hatten Unwetter für Chaos gesorgt

Vor allem in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen, aber auch in vielen anderen Bundesländern sorgten starke Regenfälle in den letzten Tagen für Überschwemmungen.
Vor allem in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen, aber auch in vielen anderen Bundesländern sorgten starke Regenfälle in den letzten Tagen für Überschwemmungen.  © Thomas Frey/dpa

Unwetter hatten am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganze Landstriche verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten und Häuser weggespült.

Mehr als 40 Menschen sind wegen der Wassermassen ums Leben gekommen. In Rheinland-Pfalz werden noch Dutzende Menschen vermisst. "So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (60, SPD).

In der Nacht zum Mittwoch hatten im mittleren Erzgebirge, Vogtland und Mittelsachsen Unwetter mit heftigem Starkregen vielerorts Schäden verursacht und eine Sturzflut einen Mann mitgerissen. Der 53-Jährige wird seitdem vermisst.

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Nach Einschätzung von Hydrologen des Landeshochwasserzentrums besteht in Sachsen für die nächsten Tage keine Hochwassergefahr mehr.

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa und Thomas Frey/dpa

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