Kaum neue Corona-Fälle, aber wegen Urlaubssaison droht zweite Welle!

Dresden - Der Fall des Fleischkonzerns Tönnies hat die hohe Ansteckungsgefahr des Coronavirus erneut deutlich gemacht. Die Infektionszahlen in Sachsen sind zwar weiter gering, dennoch gilt es wachsam zu bleiben.

Petra Köpping (SPD, 62), Sozialministerin von Sachsen.
Petra Köpping (SPD, 62), Sozialministerin von Sachsen.  © dpa/Peter Endig/zb

Die Zahl der Corona-Fälle in Sachsen hat auch über das vergangene Wochenende nur leicht zugenommen. Nach der vom Gesundheitsministerium geführten Statistik wurden bis Montag insgesamt 5423 Infektionen mit Sars-CoV-2 registriert - 25 mehr als am vergangenen Freitag.

15 davon wurden aus dem Landkreis Mittelsachsen gemeldet, wo es Infektionsfälle an zwei Schulen gab. 

Die Zahl der Todesopfer liegt unverändert bei 220. Nach Schätzungen gelten inzwischen etwa 5090 positiv auf das Virus getestete Menschen als wieder genesen.

"Die lokalen Ausbrüche in Sachsen zeigen, dass die Gefahr noch lange nicht gebannt ist. Das Virus kann sich schnell verbreiten", sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD, 62) der Deutschen Presse-Agentur. 

"Zweite Pandemie-Welle" droht im Herbst

Trennungen im Klassenzimmer sind sinnvoll, aber aufwendig für alle Beteiligten. (Symbolbild)
Trennungen im Klassenzimmer sind sinnvoll, aber aufwendig für alle Beteiligten. (Symbolbild)  © dpa/Robert Michael/dpa-Zentralbild

Sie belegten aber auch, dass Vorkehrungen wie feste Kitagruppen und Schulklassen richtig seien, weil sich dadurch die Kontakte nachverfolgen ließen: "Und die Ausbrüche zeigen zudem, dass die Gesundheitsämter effizient arbeiten und alle nötigen Maßnahmen anordnen. Wichtig ist, dass wir nicht leichtsinnig werden, weil es einige Tage lang kaum neue Infektionen gab." 

Je besser sich alle an die geltenden Kontaktbeschränkungen und die Abstandsregeln halten und eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, desto schwerer falle es dem Virus, auf andere Menschen überzuspringen.

Die Linken schlugen am Montag Maßnahmen vor, um Vorsorge für eine weitere Infektionswelle zu treffen und die Akzeptanz für dann mögliche Schutzmaßnahmen zu erhöhen: "Wir alle hoffen, dass es so nicht kommt – aber falls im Herbst eine zweite Pandemie-Welle rollt, werden die Schutzmaßnahmen möglicherweise wieder verschärft werden müssen", erklärte Parteichefin Susanne Schaper. 

Niemand wisse heute, welche Folgen es habe, wenn demnächst wieder viele Menschen innerhalb oder sogar außerhalb Europas verreisten.

Kita-Personal soll sich jederzeit testen lassen können

Kinder sitzen im Rahmen der Notbetreuung in einem Kindergarten während des Mittagessens an einem Tisch. (Symbolbild)
Kinder sitzen im Rahmen der Notbetreuung in einem Kindergarten während des Mittagessens an einem Tisch. (Symbolbild)  © dpa/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

"Wir empfehlen der Staatsregierung deshalb, vorzusorgen und zielgerichtet um Akzeptanz zu werben. Wir schlagen ein weiterentwickeltes, öffentliches Informationsangebot aller Ressorts vor", betonte Schaper. 

Ziel sei es, das Regierungshandeln bei der Krisenbewältigung transparent und nachvollziehbar darzustellen.

Dazu sollten neben Daten zur epidemiologischen Situation auch fachliche Entscheidungsgrundlagen sowie Informationen über Forschungsvorhaben und -ergebnisse breit zugänglich gemacht werden.

Der Sozialverband VdK Sachsen forderte am heutigen Montag einen Übergang in den Regelbetrieb für Kindertageseinrichtungen. 

Die derzeit geltende Corona-Schutzverordnung läuft am 29. Juni aus, am morgigen Dienstag will das sächsische Kabinett eine nachfolgende Verordnung beschließen.

Der momentane eingeschränkte Regelbetrieb unter anderem mit seiner strikten Gruppentrennung führe in den Einrichtungen aktuell zu einer enormen Belastung der Erzieherinnen und Erzieher, erklärte VdK-Landeschef Horst Wehner.

Wehner zufolge sind in gleichem Maße aber auch die Eltern der Kinder durch eingeschränkte Öffnungszeiten erheblich belastet. 

Mit einem Übergang in den Regelbetrieb müsse die Möglichkeit einhergehen, dass sich Erzieherinnen und Erzieher auch ohne vorliegende Symptomatik jederzeit auf eine Covid-19-Infizierung testen lassen könnten.

Titelfoto: dpa/Peter Endig/zb

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