Keine Praktika! Corona crasht Sachsens Ausbildungsmarkt

Leipzig - Die Corona-Pandemie bringt den sächsischen Ausbildungsmarkt ins Wanken. Weil die klassische Berufsberatung aktuell auf Eis liegt und es keine Schülerpraktika mehr gibt, finden immer weniger Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zueinander.

Klaus-Peter Hansen ist Chef der Landesarbeitsagentur Sachsen.
Klaus-Peter Hansen ist Chef der Landesarbeitsagentur Sachsen.  © Petra Hornig

Es ist paradox: Zum einen sind in Sachsen nach Kenntnis der Arbeitsagentur noch 9420 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, auf der anderen Seite sind noch 10.274 Lehrstellen unbesetzt.

Doch Bewerber und Anbieter finden derzeit nicht richtig zusammen, weil die Corona-Maßnahmen die klassische Berufsberatung nahezu unmöglich machen.

So fehlt vor allem der Zugang zu den Jugendlichen. "Die Jugendlichen sind einerseits mit ihrem Schulabschluss beschäftigt, und andererseits schränkt der Lockdown weiter unsere persönliche Beratung in den Arbeitsagenturen, aber auch Schulen ein", beschreibt der Chef der Landesarbeitsagentur, Klaus-Peter Hansen, das Problem.

Zudem sind aktuell Schülerpraktika verboten, und auch die "Schau rein"-Woche wurde abgesagt.

Auch Friseur-Azubis werden in diesem Jahr in Sachsen noch gesucht.
Auch Friseur-Azubis werden in diesem Jahr in Sachsen noch gesucht.  © Patrick Pleul/dpa

Hansen appelliert nun an die Jugendlichen, die Online-Angebote der Jugendberufsagentur zu nutzen. "Nur dann können wir die Lehrstellen möglichst passgenau vermitteln und dabei helfen, dass kein Jugendlicher verloren geht."

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: