Keine Selbstanzeigen von Steuersündern in Sachsen

Dresden - Im ersten Halbjahr 2020 gab es in Sachsen keine Selbstanzeigen von reuigen Steuersündern mehr.

Da ist Finanzminister Hartmut Vorjohann (58, CDU) erstaunt: Zuletzt gingen keine Selbstanzeigen von Steuersündern ein. Die Sachsen sind halt ein braves Volk!
Da ist Finanzminister Hartmut Vorjohann (58, CDU) erstaunt: Zuletzt gingen keine Selbstanzeigen von Steuersündern ein. Die Sachsen sind halt ein braves Volk!  © Montage: dpa/Armin Weigel, dpa/Robert Michael

Kurios: Die entsprechende Statistik wird durch die Anzeigenarmut eingestellt.

"Der Aufwand lohnt sich jetzt nicht mehr, wenn es gar keine Steuersünder mehr gibt, die sich selber anzeigen", sagt Sandra Schneider (46) vom Finanzministerium Sachsen.

Die Zahlen der Selbstanzeiger seien seit Jahren rückläufig. Bereits 2017 wurden lediglich 17 Personen registriert, die sich selber anzeigten. 2018 waren es nur noch fünf und 2019 drei.

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Seit Einführung der Statistik 2010 wurden insgesamt 754 sächsische Selbstanzeiger registriert. Sie standen zumeist im Zusammenhang mit dem Ankauf von "Steuer-CDs" aus der Schweiz.

Trotz des massiven Rückgangs flossen Mitte 2020 nochmal 335.899 Euro an Nachzahlungen in die sächsische Staatskasse.

Seit 2010 summierten sich die Einnahmen auf beinahe 7,9 Millionen Euro.

Titelfoto: Montage: dpa/Armin Weigel, dpa/Robert Michael

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