Kind entführt? Vater drohte Polizei und wollte sie mit Ei angreifen

Dresden - Wenn Maik D. (43) von seiner Tochter (14) spricht, platzt er fast vor Stolz. "Sie möchte mal Kindergärtnerin werden", schwärmt der Karosseriebauer, der selbst keine gute Kindheit hatte. Für sein Mädchen würde er, wie jeder Vater, alles tun. Doch seine Vaterliebe lief aus dem Ruder und so musste er vor den Amtsrichter, weil er Polizisten mit einer Waffe bedrohte!

Maik D. (43) drehte aus Vaterliebe gegenüber der Polizei durch. Dafür musste er vor den Amtsrichter.
Maik D. (43) drehte aus Vaterliebe gegenüber der Polizei durch. Dafür musste er vor den Amtsrichter.  © Peter Schulze

Jahrelang hatte Maik keinen Kontakt zum Kind in Mecklenburg-Vorpommern. "Die Mutter hat das unterbunden", so der Vater. Dann kam plötzlich ein Anruf. Die Tochter sei abgängig, angeblich irgendwo in Potsdam. 

"Ich fragte sofort meinen Chef, ob ich früher Feierabend machen könnte", erzählte Maik, der umgehend zur Suche aufbrach. Er fand das Kind, brachte es spät abends zu sich nach Gorbitz. "Wir wollten am nächsten Tag zum Jugendamt, um alles zu klären.“

Doch zeitgleich fahndete natürlich die Polizei nach der Vermissten und stand freilich nachts beim Vater vor der Tür. Eine Stunde versuchten die Beamten, mit ihm zu reden. 

Doch der inzwischen angetrunkene Maik öffnete nicht, pöbelte stattdessen wild und rief plötzlich: "Ich habe eine Waffe. Wenn ihr durch die Tür kommt, schließe ich."

Maik D. zeigte Reue vor Gericht

Letztlich wurde er überwältigt, seine völlig verängstigte Tochter hockte unterm Tisch. "Also ich sagte zwar, ich schieße, aber ich hatte doch nur ein Ei in der Hand", behauptete der Angeklagte.

Doch es war seine eigene Tochter, die der Polizei sagte, dass der Papa eine Waffe hatte, die dann auch unterm Sideboard sichergestellt wurde.

"Tut mir sehr leid. Das hätte ich wirklich anders klären können", gab Maik schließlich zu. Der Richter verdonnerte ihn zu acht Monaten Haft. Setzte die Strafe aber zur Bewährung aus und warnte: "Ihre Tochter hat gar nichts davon, wenn der Vater im Knast ist." 

Maik schwor: "Da passiert nichts mehr, ehrlich."

Titelfoto: Peter Schulze

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