Kinderarzt warnt vor Kita- und Schulschließungen

Dresden - In der Debatte um härtere Pandemie-Maßnahmen warnt der Chef der Kinder- und Jugendklinik der Dresdner Uniklinik, Prof. Reinhard Berner, vor den Folgen von Kita- und Schulschließungen.

Man habe in den vorherigen Corona-Wellen "bitteres Lehrgeld" gezahlt, sagte der auf Infektionskrankheiten spezialisierte Kinderarzt, Prof. Reinhard Berner.
Man habe in den vorherigen Corona-Wellen "bitteres Lehrgeld" gezahlt, sagte der auf Infektionskrankheiten spezialisierte Kinderarzt, Prof. Reinhard Berner.  © PR / Christoph Reichelt

Man habe in den vorherigen Corona-Wellen "bitteres Lehrgeld" gezahlt, sagte der auf Infektionskrankheiten spezialisierte Kinderarzt.

Nicht nur die Bildung werde behindert, in vielen Studien sei deutlich geworden, "wie krank die Kinder werden ohne Schule und Kita".

So hätten etwa der Missbrauch von Substanzen und Medien sowie Fettleibigkeit zugenommen sowie sich chronische und psychische Erkrankungen verschärft. "Und diese Effekte sind substanziell", warnt Professor Berner.

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Sein Appell: Man könne die Einrichtungen mit Testungen, bekannten Hygienemaßnahmen und großzügigem Quarantänemanagement in dem Wissen offenhalten, dass Kinder einen relativ milden Verlauf haben.

Das sehr regelmäßige Testen von Kindern in den Schulen habe ja genau den Zweck, Infektionsfälle frühzeitig zu erfassen und zu isolieren.

Berner: "Die Gesellschaft muss sagen, ob ihr Schule und Teilhabe vor allem der kleinen Kinder so wichtig ist, dass sie bereit ist, im Wissen um die milden Verläufe dort auch Infektionsfälle in Kauf zu nehmen." Es gehe eben nicht um eine "gewünschte Durchseuchung", sondern "um Quarantäne mit Augenmaß und darum, das Wohl des Kindes im Fokus zu behalten".

Titelfoto: PR / Christoph Reichelt

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