Kita-Zoff! Rathaus will nur noch 32 Stunden zahlen

Dresden - Die Nachricht schlug bei den Erziehern in den städtischen Kitas ein wie eine Bombe! 

Dem Streik vom vergangenen Mittwoch soll am Freitag ein weiterer folgen.
Dem Streik vom vergangenen Mittwoch soll am Freitag ein weiterer folgen.  © Holm Helis

Mitten in den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst hat das Rathaus ihnen mitgeteilt, dass bei einem Großteil die Arbeitsverträge zum 19. Oktober auf 32 Wochenstunden herabgesetzt werden sollen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht von einer Provokation.

"Ich habe morgens eine SMS bekommen, dass die Stunden runtergesetzt werden. Da habe ich erst einmal in der Kita angerufen und gefragt, ob das stimmt", erzählt eine betroffene Erzieherin im Gespräch mit TAG24

"Für mich ist das ein gravierender Einschnitt. Als alleinerziehende Mutter bin ich auf die 40 Stunden angewiesen." Die Kürzung der Arbeitszeit bedeute für sie eine monatliche Einbuße von circa 400 Euro. 

"Ich habe dann das ganze Wochenende überlegt, was ich mache." Ergebnis: Sollte die Kürzung so kommen, wird sich die Erzieherin nach einem Nebenjob oder einer anderen Kita umschauen.

Am Freitag stehen Kinder und Eltern wieder vor verschlossenen Türen.
Am Freitag stehen Kinder und Eltern wieder vor verschlossenen Türen.  © Jan Woitas/dpa
Weil weniger Kinder betreut werden müssen, kürzt das Rathaus die Arbeitszeit der Erzieher.
Weil weniger Kinder betreut werden müssen, kürzt das Rathaus die Arbeitszeit der Erzieher.  © Jens Büttner/dpa
Laut Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU) werden "die Qualitätsmaßstäbe für einen bedarfsgerechten Personaleinsatz" beachtet.
Laut Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU) werden "die Qualitätsmaßstäbe für einen bedarfsgerechten Personaleinsatz" beachtet.  © Thomas Türpe

Mehr als drei Viertel der über 3500 Beschäftigten betroffen

Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse (63) nennt das Vorgehen der Stadt eine Provokation.
Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse (63) nennt das Vorgehen der Stadt eine Provokation.  © Thomas Türpe

Betroffen sind alle Erzieher mit sogenannten 32-Plus-Verträgen. Zu ihren regulären Teilzeit-Arbeitsverträgen über 32 Stunden haben diese mit der Stadt Abrufarbeitsverträge geschlossen, um bis zu acht Stunden zusätzlich pro Woche zu arbeiten. 

Genau die sollen widerrufen werden. Laut Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse (63) betrifft das mehr als drei Viertel der über 3500 Beschäftigten in den Kitas. 

Kruse befürchtet dort nun Chaos, weil zwischen den Kitas Mitarbeiter ausgetauscht werden müssen, um den Betreuungsschlüssel einzuhalten. Das gefährde das Wohl der Kinder und der Erzieher.

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (51, CDU) betont, dass der Verzicht auf den Abruf weiterer Arbeitszeiten dem Arbeitsvertrag entspreche.

Der Grund für den Schritt seien Schwankungen bei der Kinderzahl, wodurch sich auch der Personalbedarf ändere.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa/Thomas Türpe

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