Klimafonds für den Freistaat: Was haben die Grünen mit Sachsen vor?

Dresden - Hitze, Stürme, Hochwasser: Folgen des Klimawandels sind auch in Sachsen nicht zu übersehen. Die Grünen wollen der Entwicklung nicht tatenlos zusehen und das Land für die Zukunft wappnen.

Trockenheit, Sturmschäden und Borkenkäfer machen Sachsens Wäldern zu schaffen.
Trockenheit, Sturmschäden und Borkenkäfer machen Sachsens Wäldern zu schaffen.  © Norbert Neumann

Die Grünen wollen mit einem Klimafonds für Sachsen Vorsorge treffen und dabei Ökologie und Ökonomie unter einen Hut bringen. Die Folgen der Klimakrise seien im Freistaat deutlich spürbar, was sich an der gestiegenen Jahresdurchschnittstemperatur und der Zunahme von Extremwetterereignissen zeige, sagte Grünen- Fraktionschefin Franziska Schubert (38).

Das habe nicht nur wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen, sondern bringe durch Hitzesommer auch gesundheitliche Probleme mit sich. "Wir Bündnisgrünen wollen in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass es Mittel gibt, um diesen Klimafolgen zu begegnen und die verschiedenen Bereiche krisenfester zu machen."

"Sachsen bringt gerade das neue Energie- und Klimaprogramm auf den Weg und will den Klimaschutz entsprechend dem Koalitionsvertrag auch in der Verfassung verankern", sagte Schubert.

Mit dem Klimafonds sollten nun Worten Taten folgen. Den Grünen schwebt dafür ein zweistelliger Millionenbetrag vor. Das Projekt soll im Rahmen der Haushaltsverhandlungen eingebracht werden. "Wir verstehen Klimaschutz auch als Konjunkturmotor. Unserer Auffassung nach muss man wegkommen davon, Klimaschutzmaßnahmen als Mehrbelastung für Unternehmen zu gestalten. Es ist zielführender, zu ermöglichen und zu unterstützen, damit auch unternehmerischer Mehrwert dadurch entsteht."

Franziska Schubert (38) ist Chefin der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag.
Franziska Schubert (38) ist Chefin der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag.  © Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa

Besseres Wasser- und Energiemanagement gehört zu den obersten Prioritäten

Der 5700 Hektar große Leipziger Auwald gilt als einzigartig in Europa. Allerdings geht dem Landschaftsschutzgebiet allmählich das Wasser aus.
Der 5700 Hektar große Leipziger Auwald gilt als einzigartig in Europa. Allerdings geht dem Landschaftsschutzgebiet allmählich das Wasser aus.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Konkret schlagen die Grünen vier Schwerpunkte für den Fonds vor. Kommunen sollen bei Investitionen unterstützt werden, um Folgen der Klimakrise lokal zu begegnen. Das betrifft beispielsweise Maßnahmen, die für eine Abkühlung, mehr Schatten und eine bessere Durchlüftung in Städten sorgen, oder aber die Installation von Trinkbrunnen.

Projekte im Umgang mit Starkregen, Dürre, Erosion und Stürmen gehören dazu. Unternehmen sollen zu günstigen Konditionen Darlehen erhalten, um in Energieeffizienz und Wassereinsparung zu investieren. Ein weiterer Schwerpunkt zielt auf Vorhaben in der Landwirtschaft, Tierhaltung, Forstwirtschaft, Imkerei, Fischerei und Aquakultur ab.

Mit Blick auf Wasser- und Energiemanagement geht es zum Beispiel um Möglichkeiten, Wasser besser speichern zu können, Gewässer zu renaturieren und Moore wieder zu vitalisieren. Schutzgebiete, bei denen es eine hohe Brandgefahr gibt oder die schwer zugänglich sind, sollen Löschwasserreservoirs bekommen.

Die Energieversorgung soll auch bei anhaltender Hitze- und Trockenperioden sicher sein. Der letzte Schwerpunkt betrifft die Stärkung von Ehrenamtlichen, die sich schon seit Jahren im Klima, Arten- oder Biotopschutz engagieren.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa, Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa

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