Köpping hält harten Lockdown für "dringend notwendig"

Dresden - Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) sieht angesichts der dramatischen Corona-Lage im Freistaat keine Alternative mehr zu einem harten Lockdown.

Petra Köpping (63, SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen, sieht keine Alternative mehr zu einem harten Lockdown.
Petra Köpping (63, SPD), Gesundheitsministerin von Sachsen, sieht keine Alternative mehr zu einem harten Lockdown.  © Matthias Rietschel/dpa

"Ich halte ihn dringend für notwendig, weil ich keine andere Möglichkeit mehr sehe", sagte sie am Donnerstag in Dresden.

Auch bei einem kompletten Lockdown könne man noch abstufen und etwa die Kitas und Schulen offen halten.

Man sei mit Berlin in Kontakt, weil die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten. Sachsen habe alle Möglichkeiten auf Basis des bestehenden Infektionsschutzgesetzes ausgereizt.

Weil deren Stadt wohl noch älter ist: Dresdner Forscher nimmt Hohnstein die Feierlaune
Sachsen Weil deren Stadt wohl noch älter ist: Dresdner Forscher nimmt Hohnstein die Feierlaune

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr ausgeschlossen.

"Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten", sagte der CDU-Politiker der Sächsischen Zeitung am Donnerstag.

Wenn es in der kommenden Woche nicht einen positiven Effekt gebe, "müssen wir diese Diskussion führen".

Aktuelle Rechtslage erlaubt keinen kompletten Lockdown

Christian Piwarz (46, CDU), Kultusminister von Sachsen, erklärt, wieso die aktuelle Rechtslage keinen kompletten Lockdown erlaubt.
Christian Piwarz (46, CDU), Kultusminister von Sachsen, erklärt, wieso die aktuelle Rechtslage keinen kompletten Lockdown erlaubt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Nach den Worten von Kultusminister Christian Piwarz (46, CDU) – von Beruf Jurist – erlaubt die aktuelle Rechtslage keinen kompletten Lockdown.

Der Bund habe den Ländern zwar eine Übergangsfrist bis zum 15. Dezember eingeräumt, allerdings hätten Maßnahmen der Länder spätestens am 25. November in Kraft treten müssen.

Mit diesem Datum hatte die Ampel-Koalition in Berlin das Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite verknüpft.

"Solche Bilder und Taten darf es nicht geben!": Fassungslosigkeit nach Fackel-Protest vor Petra Köppings Haus
Sachsen "Solche Bilder und Taten darf es nicht geben!": Fassungslosigkeit nach Fackel-Protest vor Petra Köppings Haus

Zum jetzigen Zeitpunkt sei es nicht mehr möglich, noch einmal Verschärfungen vorzunehmen, erklärte Piwarz.

Sachsen habe das mit der am vergangenen Freitag beschlossenen Notfallverordnung getan.

Titelfoto: Matthias Rietschel/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: