Kohle machen mit grüner Energie: MIBRAG setzt auf Mega-Windpark

Neukieritzsch - Vom Saulus zum grünen Paulus: Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) sieht ihre Zukunft in der Windenergie. Südlich von Leipzig soll auf einem Tagebau-Kippengelände ein großer Windpark in den Himmel wachsen.

Windräder drehen sich am Rande eines ehemaligen Tagebaus vor dem Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde. Wie in der Lausitz soll auch im mitteldeutschen Kohlerevier ein Windpark entstehen.
Windräder drehen sich am Rande eines ehemaligen Tagebaus vor dem Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde. Wie in der Lausitz soll auch im mitteldeutschen Kohlerevier ein Windpark entstehen.  © Patrick Pleul/dpa

Die Zukunft der MIBRAG soll auf der vom Kohleabbau zerklüfteten Landschaft zwischen Neukieritzsch und Groitzsch entstehen. Südlich der B176 will das Bergbauunternehmen auf einer Fläche von 275 Hektar einen Windpark hochziehen.

Geplant ist die Errichtung von 17 Turbinen der sechs Megawatt starken Hochleistungsklasse. Rund 240 Meter sollen die Riesenspargel in den Himmel ragen. Nach Angaben des Unternehmens wird der nach dem 1994 weggebaggerten Ort Breunsdorf benannte Windpark bei einer Gesamtkapazität von 102 Megawatt einmal jährlich 230 Gigawattstunden Strom liefern.

Das entspräche dem Strombedarf einer 34.500 Einwohner großen Stadt, vergleichbar mit Radebeul.

Windpark kommt nicht bei allen gut an

MIBRAG-Geschäftsführer Dr. Kai Steinbach.
MIBRAG-Geschäftsführer Dr. Kai Steinbach.  © PR

Rund 100 Millionen Euro will sich die MIBRAG den Windpark kosten lassen. Und der sei nur der Anfang, erklärte Geschäftsführer Dr. Kai Steinbach. "Unsere Zukunft liegt in der Nutzung und Veredlung von grünem Strom."

Aktuell bereitet das Unternehmen den Antrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz vor. Geplant ist, dass der Windpark 2024 ans Netz geht.

Allerdings zeichnet sich bereits Widerstand ab. Ob der enormen Höhe der Windspargel fordern mehrere Stadträte im angrenzenden Neukieritzsch einen größeren Abstand zur Gemeinde als die gesetzlich vorgeschriebenen 1000 Meter.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

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