Kommt sie oder nicht? Rätselraten um FFP2-Maskenpflicht in Sachsen

Dresden - Die einen sagen Ja, die anderen sagen Nein: In der Diskussion um eine FFP2-Maskenpflicht hat sich Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) gegenüber TAG24 klar positioniert. Aber was beschließt der Bund?
Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) sieht keine Notwendigkeit, die FFP2-Pflicht in Sachsen einzuführen.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) sieht keine Notwendigkeit, die FFP2-Pflicht in Sachsen einzuführen.  © Eric Münch

"Es gibt in Sachsen keine Notwendigkeit, eine FFP2-Maskenpflicht in ÖPNV und Handel einzuführen", teilte Köpping auf TAG24-Anfrage mit.

Sie liegt damit auf einer Linie mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU). Viele Menschen würden von sich aus darauf zurückgreifen, so Köpping weiter. Sie empfiehlt jedoch gerade gefährdeten Gruppen, in Bus und Bahn und beim Einkaufen eine FFP2-Maske zu tragen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sieht eine Tragepflicht kritisch. Für Susanne Schaper (42, Die Linke) ist eine Einführung nur realistisch, wenn die Masken kostenlos abgegeben werden.

FFP2-Masken sind aber teuer. Sie kosten grob zwischen knapp acht Euro für zwei Stück (Apotheke) und 35 Euro für 100 Stück (Internet).

Auch qualitativ gibt es Unterschiede. Bei Apothekerin Sylvia Trautmann (55) aus Dresden kommen chinesische Produkte nicht ganz so schlecht weg wie allgemein behauptet.

Auch dagegen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Auch dagegen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © Kristin Schmidt

Nächste Woche könnte der "Mega-Lockdown" beginnen

Hat deutsche oder europäische und asiatische Ware im Angebot: Apothekerin Sylvia Trautmann (55) von der Apotheke Bühlau in Dresden sagt, chinesische Masken nach dem FFP2-Standard müssen nicht unbedingt von schlechter Qualität sein.
Hat deutsche oder europäische und asiatische Ware im Angebot: Apothekerin Sylvia Trautmann (55) von der Apotheke Bühlau in Dresden sagt, chinesische Masken nach dem FFP2-Standard müssen nicht unbedingt von schlechter Qualität sein.  © Norbert Neumann

"Masken nach europäischem Standard filtern Viren zu rund 95 Prozent heraus, chinesische Produkte immerhin zu 80 bis 95 Prozent. Tragen sollte man die FFP2-Masken in jedem Fall aber nur einen Tag", sagt sie.

Bayern hatte eine Tragepflicht im Kampf um die Senkung der Corona-Infektionszahlen beschlossen. Sie soll ab Montag gelten.

In Bayern lag die sogenannte Wochen-Inzidenz am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 156, in Sachsen bei 274 - und damit am zweiten Tag in Folge unter 300.

Voraussichtlich schon in der nächsten Woche werden die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen mit der Bundeskanzlerin die Corona-Lage neu bewerten.

Vorab ist bereits von einem "Mega-Lockdown" die Rede - mit verschärften Regeln. Eine FFP2-Masken-Pflicht ist nicht ausgeschlossen.

FFP2-Masken: Das bedeutet der mysteriöse Code

Gilt in Bayern ab Montag: FFP2-Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen.
Gilt in Bayern ab Montag: FFP2-Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen.  © DPA/Christoph Schmidt

FFP2 ist nicht gleich FFP2: Nummerncodes auf Verpackungen und Masken geben Aufschluss über Qualität, Herkunft und Hersteller.

Das Kürzel CE steht für Masken, die in der EU hergestellt wurden. Die folgende vierstellige Nummer verrät, wer die Maske geprüft hat. In Deutschland macht das unter anderem die Dekra.

Der Code EN149 ist die europäische Prüfnummer. Findet sich nach dem Kürzel FFP2 der Zusatz "NR", darf die Maske nicht wiederverwendet werden ("R" = wiederverwendbar). Worte, nicht Kürzel, bezeichnen in der Regel den Hersteller.

Die Qualität ist unterschiedlich. Masken "Made in China" (Kürzel: KN95) fallen laut dem Verbraucherportal Chip365 bei europäischen Prüfstellen häufiger durch.

Detailinformationen bietet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf ihrer Website.

Titelfoto: DPA/Christoph Schmidt/Kristin Schmidt

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