Kostenexplosion! Großfeuer bringt sächsische Gemeinde an ihre Grenzen

Beilrode (Nordsachsen) - Es war das schlimmste Feuer des Jahres: Im August brannten in Nordsachsen an die 20 Hektar Wald (TAG24 berichtete). 500 Kameraden von 75 Wehren aus drei Ländern waren im Einsatz – zum Glück kamen alle unbeschadet raus. Doch für die 4000-Einwohner-Gemeinde Beilrode ist der Großbrand noch lange nicht zu den Akten gelegt.

Im August brannten in Nordsachsen etwa 20 Hektar Wald.
Im August brannten in Nordsachsen etwa 20 Hektar Wald.  © Einsatzfahrten Leipzig

Denn die Kostenabwicklung des Großschadensereignisses obliegt dem Rathaus – eine Mammutaufgabe. Die Rechnungen der einzelnen Wehren flattern nach Reparaturen und Ersatzteilbeschaffungen erst nach und nach ein. Insgesamt könnte es eine halbe Million Euro kosten.

Zum Feuer kam es, weil die blockierende Bremse eines Güterwagens den Wald entlang der Bahnstrecke in Flammen setzte.

Die Bahn zeigt sich sehr kooperativ, zahlte die Rechnungen für die Löschhubschrauber und Räumpanzer der Bundespolizei auch direkt.

Bürgermeister René Vetter: "Doch stellen Sie sich vor, der Verursacher ist nicht bekannt oder sperrt sich bei der Schadensregelung. Da kommen wir schnell an unsere Grenzen."

Bürgermeister René Vetter (43).
Bürgermeister René Vetter (43).  © Steffen Füssel

Entscheidungsstrukturen müssen überdacht werden

500 Kameraden von 75 Wehren aus drei Ländern waren bei dem Einsatz in Beilrode vor Ort.
500 Kameraden von 75 Wehren aus drei Ländern waren bei dem Einsatz in Beilrode vor Ort.  © Einsatzfahrten Leipzig

Er regt deshalb an, dass die Schadensabwicklung ab einer gewissen Größenordnung von höherer Stelle aus übernommen wird – das sollte bei der nächsten Novellierung des Katastrophenschutz-Gesetzes bedacht werden. Und auch die Entscheidungsstruktur während des Ereignisses.

Vetter: "Mitten in der Nacht rief mich der Chef meiner Freiwilligen Feuerwehr an, er benötige meine Genehmigung zum Tanken. Und zwar für die komplette Löschflotte – da kommen ganz schnell 10.000 Euro zusammen."

Titelfoto: Einsatzfahrten Leipzig

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