Kretschmer rechnet nicht mit Entspannung: "Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen"

Dresden - Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) geht angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen nicht von einer raschen Normalisierung der Lage aus.

Michael Kretschmer (45) hat für seine Neujahrsansprache im MDR-Fernsehen sehr persönliche Worte gewählt.
Michael Kretschmer (45) hat für seine Neujahrsansprache im MDR-Fernsehen sehr persönliche Worte gewählt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Es gibt noch keine Entwarnung. Es wird noch eine Weile dauern. Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen dieser Corona-Pandemie. Am 11. Januar können wir nicht mit einer Normalisierung rechnen", erklärte er in seiner am Mittwoch vorab veröffentlichten Neujahrsansprache.

Sie soll am 1. Januar um 19.25 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt werden.

Kretschmer fand sehr persönliche Worte.

"Ich habe viele Intensivstationen besucht. An den Türen kann man die Namen der Patienten lesen und durch die Fenster die Frauen und Männer an den Beatmungsgeräten erkennen. Sie alle wollen leben. Sie wollen erleben, wie die Enkel in die Schule kommen und bei der Hochzeit ihrer Kinder dabei sein oder einfach nur im kommenden Jahr wieder im Garten sitzen und die Blumen blühen sehen.

Nach diesen Besuchen habe er lange Zeit keine Ruhe gefunden: "Für mich ist vollkommen klar: Lockerungen kann es nur geben, wenn die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern abgenommen hat. Und wenn in den Gesundheitsämtern die Kontaktnachverfolgung wieder gewährleistet werden kann."

Mit Hektik oder Hysterie lässt sich die Pandemie nicht beenden

In Sachsen ist die Corona-Lage besonders ernst. Hier ein Blick auf mit Folie umwickelte Särge von Verstorbenen.
In Sachsen ist die Corona-Lage besonders ernst. Hier ein Blick auf mit Folie umwickelte Särge von Verstorbenen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Kretschmer zufolge lässt sich die Pandemie nicht mit Hektik oder Hysterie beenden: "Wir brauchen Geduld und Willensstärke. Deshalb lassen Sie uns weiter aufeinander achtgeben.Mit Abstand und Maske werden wir auch diese Zeit überstehen."

Die überwiegende Mehrheit der Menschen mache mit, bringe Opfer für die Allgemeinheit, für die Gesellschaft: "Mir kommt es darauf an, dass wir uns offen in die Augen schauen, vernünftig miteinander umgehen und gemeinsam das Beste für unsere sächsische Heimat erreichen."

Kretschmer appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen und zusammenzuhalten: "Es liegt an uns allen, an jedem von uns, wie es weitergeht."

Sachsen weist derzeit neben Thüringen im Bundesvergleich besonders hohe Fallzahlen auf.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 330.

Bislang sind dort den RKI-Angaben zufolge mehr als 3000 Menschen mit dem Coronavirus gestorben.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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