Künftige Häftlinge müssen auf ihren Knast-Aufenthalt in Sachsen warten

Dresden - Hunderte zu Haftstrafen verurteilte Sachsen müssen länger auf ihre Freiheit und den Neuanfang warten - weil sie pandemiebedingt die Haft noch gar nicht antreten dürfen. Vor den Gefängnistoren des Freistaates herrscht gerade ein "Stau".

Fieberkontrolle für Gefangene. Große Corona-Ausbrüche in den Anstalten wurden vermieden. (Symbolbild)
Fieberkontrolle für Gefangene. Große Corona-Ausbrüche in den Anstalten wurden vermieden. (Symbolbild)  © 123RF/verbaska

Wegen des dynamischen Infektionsgeschehens beschloss das Justizministerium im November einen Aufschub der Vollstreckung, damit die Insassen räumlich getrennt werden können, falls es zum Corona-Ausbruch kommt. Ministeriumssprecher Jörg Herold: "Die Vollzugsanstalten sind mit 2808 Gefangenen belegt, das entspricht einer Auslastung von 79,8 Prozent."

Ende April waren 515 Verfahren erfasst, bei denen die Vollstreckung der Freiheitsstrafe noch ausstand. Hinzu kommen über 6000 Verfahren für Ersatzfreiheitsstrafen - Leute, die ihre Geldstrafe nicht gezahlt haben und so mit einem halben Fuß im Gefängnis stehen.

Herold: "In der ganz überwiegenden Anzahl der Fälle wird die Strafe nach Ladung zum Haftantritt durch Bezahlung oder auf andere Weise erledigt."

Hoffnungen, vielleicht vergessen zu werden, dürfen sich Verurteilte nicht machen - auch Verjährungen gibt es nicht.

Justizministerin Katja Meier (41, Grüne) ließ viele Zellen leer stehen, um schnell reagieren zu können.
Justizministerin Katja Meier (41, Grüne) ließ viele Zellen leer stehen, um schnell reagieren zu können.  © dpa/Gregor Fischer
Viele Gefängniszellen blieben leer.
Viele Gefängniszellen blieben leer.  © imago images/Lichtgut/Max Kovalenko

Inzwischen haben die Staatsanwaltschaften auch wieder begonnen, Ladungen zum Haftantritt zu verschicken.

Titelfoto: Montage: imago images/Lichtgut/Max Kovalenko, 123RF/verbaska

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0