Kurz vorm hundertjährigen Bestehen: Tiefe Krise im Familienhotel

Pirna - Am 4. Juli 1922 hatte Kurt Riedel das Romantik Hotel "Deutsches Haus" in der Niederen Burgstraße von Pirna gekauft. Fast 100 Jahre später stürzt Corona das Familienunternehmen in eine tiefe Krise.

Corona zum Trotz! Regina Riedel (r.) und Tochter Katja geben ihr Romantik-Hotel "Deutsches Haus" in der historischen Altstadt von Pirna nicht auf.
Corona zum Trotz! Regina Riedel (r.) und Tochter Katja geben ihr Romantik-Hotel "Deutsches Haus" in der historischen Altstadt von Pirna nicht auf.  © Neumann/Förster

"Es ist eine Illusion zu denken, dass wir die Umsatzeinbußen, die wir während der achtwöchigen Schließung eingefahren haben, wieder aufholen können", sagt Inhaberin Regina Riedel, die das 4-Sterne-Haus in dritter Generation leitet.

"Jetzt kommen die Monate, in denen wir unter normalen Umständen immer zu 100 Prozent ausgebucht sind - und ich kann ja kein Zimmer zweimal verkaufen."

Hinzu kommt, dass Hochzeiten verschoben, Familienfeste abgesagt sind. "Daran ändert sich auch nichts mehr", meint Tochter Katja Riedel, die vor acht Jahren auch mal Sachsens Weinkönigin war.

"Außerdem müssen wir damit rechnen, dass es langfristig gesehen wohl weniger Tagungen geben wird. Die Leute haben das Medium der Videokonferenz für sich entdeckt, das spart ihnen Zeit und Kosten.

Deshalb werden sie es wahrscheinlich auch weiterhin nutzen."Trotzdem: Aufgeben ist keine Option! "Wir haben schon viele Krisen überstanden, deshalb sind wir guter Dinge, dass wir auch diese meistern.

Soweit wir das beeinflussen können", so Hotelchefin Riedel. "Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Qualität zu halten, damit unsere Gäste wiederkommen. Ich hoffe sehr, dass wir in zwei Jahren dann das hundertjährige Bestehen feiern können."

In Sachsen rechnen die meisten Hotels, Pensionen und Gastronomiebetriebe im laufenden Jahr nur mit etwa der Hälfte des regulären Umsatzes.

Titelfoto: Neumann/Förster

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