Land in Sicht? Investoren für die "Weiße Flotte" stehen Schlange

Dresden - Sie sind seit über 180 Jahren der Stolz von ganz Sachsen: die Dampfer der "Weißen Flotte" in Dresden. Doch seit die "Sächsische Dampfschiffahrt" vor zwei Monaten Insolvenz anmelden musste, kämpft der Traditionsbetrieb mit Landesbeteiligung ums Überleben.

Drei Bewerber, die das Traditionsunternehmen übernehmen wollen, kommen in die engere Auswahl.
Drei Bewerber, die das Traditionsunternehmen übernehmen wollen, kommen in die engere Auswahl.  © Imago

Rettung soll ein neuer Eigner bringen. Tatsächlich stehen Kaufinteressenten offenbar Schlange. Drei Angebote seriöser Firmen sind nun in die engere Auswahl gekommen.

"Mit den drei Bewerbern besteht seitens der Geschäftsführung zu vereinzelten Punkten in dieser Woche noch Abstimmungsbedarf", so Flottensprecher Ulrich Mehner etwas schwurbelig. 

Nächsten Montag sollen die Angebote dann dem vorläufigen Gläubigerausschuss und dem Sachverwalter vorgelegt werden.

Immobilienunternehmer Sven Spielvogel (46), der auch die Laubegaster Werft gekauft hat, rechnet damit, als Bewerber in der Endrunde zu sein.

"Die Werft und die Dampfschifffahrt gehören zusammen", sagt er. Dem gebürtigen Sachsen (aus Aue) ist der Erhalt der Flotte Herzenssache. Gern würde Spielvogel auch Geschäftsführer werden. 

Zum 1. September müssen auch die Mietverträge zwischen Werft und Weißer Flotte erneuert werden. 

Die Zeit drückt. "Bis September soll eine Lösung gefunden worden sein", sagt Mehner. Verkauft werden soll die Weiße Flotte für eine einstellige Millionensumme, doch die "Altlasten" und Investitionen fordern weitere Millionen. "Leicht wird das nicht", sagt Spielvogel.

Der Dresdner Immobilien-Unternehmer und Werft-Eigentümer Sven Spielvogel (46) will die Weiße Flotte retten.
Der Dresdner Immobilien-Unternehmer und Werft-Eigentümer Sven Spielvogel (46) will die Weiße Flotte retten.  © privat

Wer außerdem in der letzten Runde ist, verrät die Sächsische Dampfschiffahrt nicht. Gemunkelt wird, dass die Schweizer River Advice AG aus Basel dabei sein soll.

Titelfoto: Imago

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