Linke warnen vor Krankenhaus-Schließungen in Sachsen

Dresden - Die Linken haben vor einer Schließung von Krankenhäusern in Sachsen gewarnt.

Linke-Chefin Susanne Schaper (43) ist gelernte Krankenschwester.
Linke-Chefin Susanne Schaper (43) ist gelernte Krankenschwester.  © Matthias Rietschel/dpa

Alle Standorte müssten erhalten bleiben, erklärte Parteichefin Susanne Schaper (43) am Montag in Dresden.

Es gehe um die bestmögliche Versorgung in Wohnortnähe. "Kosteneinsparungen rechtfertigen nicht per se Einschnitte in das Angebot, zumal die Corona-Pandemie allen vor Augen geführt hat, wie wichtig leistungsfähige Kliniken und Reserven sind."

Schaper weiter: "Es gibt immer wieder Rufe nach Schließungen vonseiten derjenigen, die nur auf die blanken Kosten schauen – auch der Ministerpräsident teilte mit, er kenne kein kommunales Krankenhaus, das Gewinn macht."

Sachsen: 17-Jähriger beinahe von Zug getötet, danach will er einsteigen und mitfahren
Sachsen Sachsen: 17-Jähriger beinahe von Zug getötet, danach will er einsteigen und mitfahren

Schaper - eine gelernte Krankenschwester - hält es für sinnvoll, dass sich Häuser auf bestimmte Operationen spezialisieren, sofern Fahrtwege nicht zu lang werden.

"Das Grundproblem bleibt aber: Der ambulante und der stationäre Bereich müssen endlich verzahnt werden", sagte die Politikerin.

Und weiter: "Dabei müssen stationäre Angebote überall wohnortnah erhalten bleiben, wenngleich auch wir die Schaffung weiterer Medizinischer Versorgungszentren – seit Jahrzehnten als Polikliniken bekannt – unterstützen."

Kritik an Sachsens Regierung

Diese Koordinierung habe die Staatsregierung nicht zustande gebracht, kritisierte die Abgeordnete. "Sie schafft es nicht einmal, Sachsens Krankenhäuser ausreichend bei den Investitionskosten zu unterstützen."

Von den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt zur Krankenhausentwicklung habe der Landtag bis dato nichts gehört.

"Laut Parlamentsbeschluss sollte der Bericht eigentlich im Juni 2021 fertig sein, darauf warten wir immer noch. Auch ein Gesetzentwurf liegt noch nicht vor."

Titelfoto: Matthias Rietschel/dpa

Mehr zum Thema Sachsen: