Linken-Abgeordnete in Moria: So erschüttert ist Cornelia Ernst über das Flüchtlingselend

Dresden/Lesbos - Das reicht nicht: Die sächsische EU-Parlamentarierin Cornelia Ernst (62, Die Linke) ist mit dem verkündeten Neustart der EU-Asylpolitik nicht einverstanden. Ihr Bericht von einem Besuch auf Lesbos in der vergangenen Woche ist erschütternd.

"Wir sind privilegiert.": Cornelia Ernst (62, Die Linke), sächsische EU-Parlamentarierin, nach ihrer Rückkehr von der griechischen Insel Lesbos am Dienstag in Dresden.
"Wir sind privilegiert.": Cornelia Ernst (62, Die Linke), sächsische EU-Parlamentarierin, nach ihrer Rückkehr von der griechischen Insel Lesbos am Dienstag in Dresden.  © Norbert Neumann

"Es gibt keine Toiletten, kein Wasser, kaum zu essen", sagt Cornelia Ernst. Überall, wo die internationale achtköpfige Delegation auftauchte, baten die Menschen um Hilfe.

"Eine Frau aus dem Kongo berichtete, sie sei auf ihrer Flucht übers Mittelmeer hochschwanger vom Boot ins Wasser gestürzt und von einem deutschen Schiff gerettet worden. Das geht an die Nieren."

In der vergangenen Woche machte sich Cornelia Ernst ein Bild von der Situation in verschiedenen Lagern auf Lesbos, darunter auch vom neuen Camp, das nach dem Brand in Moria errichtet worden war.

"Die Lage ist katastrophal. Hohe Zäune, Stacheldraht, nur Zelte, dünne Matratzen. Das kann im Winter nicht funktionieren, da wird es saukalt auf der Insel", so die Politikerin.

Die 1554 Geflüchteten, die Deutschland aufnehmen will, reichen aus ihrer Sicht nicht: "Eigentlich gehört das Lager sofort evakuiert."

"Eine Katastrophe!": Cornelia Ernst letzte Woche im abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos (Griechenland).
"Eine Katastrophe!": Cornelia Ernst letzte Woche im abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos (Griechenland).  © Leo Lentz

Die sächsische Staatsregierung solle Haltung zeigen und mehr Menschen aufnehmen als die angekündigten 75 - wohl wissend, dass die Zuständigkeit bei Innenminister Horst Seehofer (71, CSU) liegt.

Titelfoto: Leo Lentz

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