Mehrere Verletzte bei Corona-Demos in Sachsen: Was droht am heutigen Montag?

Dresden - Eskalation am Sonntag, Großeinsatz am Montag: Die Corona-Demos halten die Polizei in Atem. In Schmölen nördlich von Grimma gab es dabei am Sonntag mehrere Verletzte.

Reichsbürger lieferten sich am Sonntag Rangeleien mit Polizisten in Schmölen.
Reichsbürger lieferten sich am Sonntag Rangeleien mit Polizisten in Schmölen.  © Screenshot/Telegram

Wie an der Bundesstraße 96 sammeln sich jeden Sonntag auch an der B107 Demonstranten, um mit Reichs- und Sachsenfahnen gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.

Bereits im Vorfeld wurde diesmal in Telegram-Gruppen dazu aufgerufen, "Mittel zum Selbstschutz" gegen die Polizei mitzubringen.

Gegen 10 Uhr trafen die Beamten dort auf rund 25 Demonstranten und wollten deren Identitäten feststellen.

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"Diese verhielten sich äußerst unkooperativ, leisteten den Anweisungen keine Folge und griffen die Polizeibeamten an", so ein Polizeisprecher. "Nur durch ein robustes Vorgehen der eingesetzten Kräfte konnte die Lage unter Kontrolle gebracht werden."

Bilanz: jeweils zwei verletzte Demonstranten und Polizisten. Die Polizei nahm 23 Personalien auf und erstattete drei Strafanzeigen.

451 Demonstranten landeten in Freiberg in einem Polizeikessel.
451 Demonstranten landeten in Freiberg in einem Polizeikessel.  © privat

Corona-Demos werden zunehmend zum Problem

Vergangenen Montag stoppte die Polizei einen Aufzug in Freiberg.
Vergangenen Montag stoppte die Polizei einen Aufzug in Freiberg.  © Sebastian Willnow/dpa

Die Demos werden somit zunehmend zum Problem. "Wir führen heute nicht nur einen Kampf gegen das Virus, sondern auch für die Demokratie", sagt Innenminister Roland Wöller (51, CDU) und verweist auf den Einfluss von Extremisten.

"Im November wurden 170 Versammlungen mit 25.300 Teilnehmenden erfasst, im Dezember bis jetzt mehr als 100 Versammlungen mit insgesamt mehr als 900 Teilnehmern registriert. Die Polizei verzeichnet dabei sowohl eine Zunahme der Anzahl der Versammlungen als auch der Teilnehmenden."

Versammlungen dieser Größenordnung erwartet Wöller auch am Montag unter anderem in Bautzen, Chemnitz, Freiberg und Zwickau, hofft aber auf eine Demobilisierung durch die Auflösungen der vergangenen Woche.

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"Mit Verstößen gegen die Notverordnung und gegen versammlungsrechtliche Bestimmungen muss dennoch gerechnet werden."

Innenminister Roland Wöller (51, CDU) sorgt sich wegen der zunehmenden Proteste.
Innenminister Roland Wöller (51, CDU) sorgt sich wegen der zunehmenden Proteste.  © Eric Münch

Bei den Demos am Montag soll die sächsische Polizei aus anderen Bundesländern sowie durch die Bundespolizei unterstützt werden.

Titelfoto: Screenshot/Telegram

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