Mifa-Nachfolger erneut pleite: Sachsenring Bike meldet Insolvenz an

Sangerhausen - Schon seit über 100 Jahren gibt es in Sangerhausen eine Fahrradbautradition, die vor allem mit der Marke Mifa verknüpft ist. Doch das Werk kam immer wieder ins Straucheln. Jetzt ist Sachsenring Bike insolvent - es ist die dritte Pleite in kurzer Zeit.

Fahrradherstellung im Sachsenring-Bike-Werk in Sangerhausen.
Fahrradherstellung im Sachsenring-Bike-Werk in Sangerhausen.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Zum dritten Mal in sechs Jahren ist der Hersteller der Fahrrad-Traditionsmarke Mifa pleite. Das Unternehmen Sachsenring Bike mit Sitz in Sangerhausen meldete Insolvenz an, wie ein Sprecher des zuständigen Amtsgerichts in Halle am Donnerstag sagte.

Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" über die erneute finanzielle Krise bei Sachsenring berichtet.

Sachsenring Bike hatte die Fahrradfertigung im Süden von Sachsen-Anhalts erst vor drei Jahren aus der Pleite übernommen und umbenannt. Neben der bekannten Marke Mifa setzte das Unternehmen vor allem auf die Fertigung von E-Bikes.

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Mifa und der Standort Sangerhausen blicken auf eine mehr als 110-jährige Fahrradbautradition zurück.

Gespräche mit potenziellen Investoren bereits aufgenommen

Das traditionsreiche Fahrradunternehmen aus Sangerhausen hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet.
Das traditionsreiche Fahrradunternehmen aus Sangerhausen hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Das Gericht bestellte den Rechtsanwalt Philipp Hackländer von der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Die Fertigung werde fortgesetzt, teilte Hackländer mit. Auch der Online- und der Werksverkauf liefen weiter. Ziel sei es, den Betrieb zu sanieren und langfristig zu erhalten, um die hohe Nachfrage nach Rädern und E-Bikes aus deutscher Fertigung zu bedienen.

Derzeit arbeiten laut vorläufigem Insolvenzverwalter rund 130 Beschäftigte im Werk, das sind deutlich weniger als in früheren Jahren. Ihre Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

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Bis zum Jahresende soll es eine Sanierungslösung geben, kündigte Hackländer an. Zudem seien bereits Gespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen worden, "im Wesentlichen Interessenten aus der Branche."

Titelfoto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

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