Mit Pferd aufrecht in den Tod: So lebten und starben einst die alten Sachsen

Dresden - Das Landesamt für Archäologie erzählt die Geschichte Sachsens – anhand von Steinen, Töpfen und einem toten Pferd. Kulturministerin Barbara Klepsch (57, CDU) ließ sich am Dienstag von Landesarchäologin Regina Smolnik durch die Kammern führen.

Landesarchäologin Regina Smolnik (r.) zeigte Kulturministerin Barbara Klepsch (57, CDU) am Dienstag die Koch-Gefäße und Kamin-Kacheln aus Mittelalter und Früher Neuzeit.
Landesarchäologin Regina Smolnik (r.) zeigte Kulturministerin Barbara Klepsch (57, CDU) am Dienstag die Koch-Gefäße und Kamin-Kacheln aus Mittelalter und Früher Neuzeit.  © Petra Hornig

Die Hochregale ziehen sich über eine Fläche von rund anderthalb Hektar, etwa 25 Millionen Objekte lagern hier bei 17 bis 18 Grad Celsius. Landesarchäologin Smolnik zeigt die ältesten Stücke des Archivs - kleine Steinsplitter.

"Das ist Feuerstein, daraus haben die Menschen in der Steinzeit scharfes Werkzeug hergestellt. Damit konnten sie zum Beispiel das Fleisch von einem Tierfell schneiden. Diese Reste sind etwa 290.000 bis 300.000 Jahre alt. Sie wurden südlich von Leipzig, bei Markkleeberg entdeckt. Der Stein ist immer noch scharf."

Vor etwa 1100 Jahren wurde beim heutigen Tagebau Schleenhain ein Pferd begraben.

Nach 281 Jahren: Sachsen will den Luchs ansiedeln
Sachsen Nach 281 Jahren: Sachsen will den Luchs ansiedeln

"Das Besondere ist: Es ist stehend begraben worden. Solche Begräbnisse gehören eigentlich nicht nach Sachsen. Das ist ein Hinweis, dass damals Reiternomaden aus dem Osten durch das Land zogen."

Kacheln als politisches Statement

Das Landesamt für Archäologie bewahrt rund 25 Millionen Objekte aus der Geschichte Sachsens.
Das Landesamt für Archäologie bewahrt rund 25 Millionen Objekte aus der Geschichte Sachsens.  © Petra Hornig
Die ältesten Schätze des Archivs: Reste von Feuerstein, aus dem die "Steinzeit-Sachsen" ihre Werkzeuge bauten.
Die ältesten Schätze des Archivs: Reste von Feuerstein, aus dem die "Steinzeit-Sachsen" ihre Werkzeuge bauten.  © Petra Hornig
Vermessungsingenieur Thomas Reuter (43) erfasst die archivierten Fundstücke mit einem 3-D-Scanner.
Vermessungsingenieur Thomas Reuter (43) erfasst die archivierten Fundstücke mit einem 3-D-Scanner.  © Petra Hornig

Aus der Frühen Neuzeit stammen Kamin-Kacheln. "Mit diesen Kacheln haben die Leute ihre Meinung gesagt", erklärt Smolnik. "Zur Zeit der Reformation konnte man zeigen, ob man den Schmalkaldischen Bund oder den Kaiser unterstützte - je nachdem, welcher Herrscher auf den Kacheln war."

Modern geht es im 3-D-Labor zu, dort scannen Mitarbeiter die sächsischen Schätze. Hobby-Archäologen können sie unter archaeo3d.de online erkunden. Das Landesamt ist nicht für Besucher geöffnet, leiht seine Objekte aber an Museen aus.

Viele davon gibt es im Chemnitzer Museum für Archäologie, dem "smac", zu sehen.

Titelfoto: Petra Hornig

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