Morgen geht's los! Schulen öffnen wieder, doch es gibt jede Menge Probleme

Dresden/Chemnitz - Nach drei Monaten häuslicher Lernzeit beginnt am Montag wieder für rund 240.000 Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen der Präsenzunterricht. Die Rückkehr an die Schulen ist umstritten, denn sie geht nicht einher mit verpflichtenden Corona-Tests. Noch können nicht alle Schulen auf genügend Selbsttests für alle Schüler zurückgreifen. Doch das ist nur eine von vielen "Baustellen" im Bereich Schule, Vorschule und Bildung. Andere kommen dazu.

Der Präsenzunterricht wird im Wechselbetrieb durchgeführt werden. Während ein Teil der Schüler in den Klassenzimmern mit Mund-Nasen-Bedeckung büffelt, pauken die anderen daheim.
Der Präsenzunterricht wird im Wechselbetrieb durchgeführt werden. Während ein Teil der Schüler in den Klassenzimmern mit Mund-Nasen-Bedeckung büffelt, pauken die anderen daheim.  © picture alliance / Eibner-Pressefoto

  • Corona-Fälle:

Aktuell sind allein in Dresden 19 Kitas und mehr als 20 Schulen betroffen von Corona-Fällen. Über 700 Personen aus dem Bereich Kindertagesstätten und über 600 aus dem Schul-Sektor befinden sich momentan in Quarantäne. Die Behörden gehen davon aus, dass diese Zahlen weiter steigen werden, je mehr getestet wird.

  • Tests:

Das Kultusministerium hat nach eigenen Angaben knapp 1,5 Millionen Selbsttests bestellt. Die Verteilung der Test-Kits soll an diesem Wochenende beginnen. Wann die entsprechenden Lieferungen allerdings alle Schulen erreichen werden, ist offen.

Einige Schulleiter haben deswegen schon die Reißleine gezogen. Sie sagen: "Keine Tests – keine Schule".

Und haben, wie zum Beispiel das Humanistische Greifenstein Gymnasium Thum, den am Montag beginnenden Präsenzunterricht ausgesetzt.

Eine Schülerin unterzieht sich einem Test. Laut Kultusministerium stehen morgen an allen Schulen ausreichend Schnelltests ab Klasse sieben zur Verfügung. Diese Tests werden durch geschultes Personal durchgeführt und sind freiwillig.
Eine Schülerin unterzieht sich einem Test. Laut Kultusministerium stehen morgen an allen Schulen ausreichend Schnelltests ab Klasse sieben zur Verfügung. Diese Tests werden durch geschultes Personal durchgeführt und sind freiwillig.  © picture alliance/KEYSTONE
Die Durchführung der Schuluntersuchungen verläuft aktuell sehr schleppend.
Die Durchführung der Schuluntersuchungen verläuft aktuell sehr schleppend.  © imago images/microgen

Sachsens Schulen öffnen wieder: Weitere Probleme

Thomas Langer ist Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsen. Er meint: "Der Distanz-Unterricht ist besser als sein Ruf."
Thomas Langer ist Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsen. Er meint: "Der Distanz-Unterricht ist besser als sein Ruf."  © Stefan Kuhn

  • Schulaufnahmeuntersuchung:

Jedes schulpflichtige Kind muss sich ein Jahr vor Schulbeginn einer Pflichtuntersuchung stellen. Ärzte der Gesundheitsämter prüfen dabei auf Schultauglichkeit. Die Untersuchungen sind bis zum 31. Januar des jeweiligen Jahres durchzuführen.

Coronabedingt verlängerte man die Frist um zwei Monate. "Es wird davon ausgegangen, dass es gelingt, alle betreffenden Kinder, die 2021 in die Schule kommen, vor Schuleintritt zu untersuchen", teilt das Sozialministerium Sachsen mit.

Diese Ansage bringt Eltern in Rage. Deren Sorge: Fallen ihre Vorschulkinder mit Defiziten auf, reicht die Zeit bis zum Sommer nicht, um den Nachwuchs mit medizinischen und therapeutischen Maßnahmen fit für die 1. Klasse zu machen oder eine passende Förderschule zu finden.

  • Lernstand:

Gegenwärtig hat das Kultusministerium noch keinen Plan vorgelegt, wie der Lernstand der Schüler nach einem Pandemie-Jahr mit Homeschooling und Wechsel-Unterricht ermittelt und die festgestellten Wissenslücken geschlossen werden sollen.

Thomas Langer, der Vorsitzende des Philologenverbandes Sachsen mahnt: "Wir brauchen dazu gute Konzepte. Spätestens bis zum Ende des Schuljahres müssen diese vorliegen, sonst können wir die Schüler und ihre Eltern nicht individuell und kompetent beraten und fördern."

Titelfoto: picture alliance / Eibner-Pressefoto

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