MP Kretschmer wendet sich im MDR an alle Sachsen: Darum bittet er jetzt

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) hat angesichts rasant zunehmender Infektionen mit dem Coronavirus an den Zusammenhalt der Menschen appelliert und eine gemeinsame Kraftanstrengung gefordert.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) am Freitag auf einer Pressekonferenz.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) am Freitag auf einer Pressekonferenz.  © Steffen Füssel

"Wir brauchen Disziplin, Solidarität und Nächstenliebe in dieser schweren Zeit", sagte er in einer vom MDR-Fernsehen ausgestrahlten Ansprache: "Lassen Sie uns zusammenhalten und diesen Weg gemeinsam gehen. Dafür bitte ich Sie um Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen."

Solidarität, Verantwortung und Nächstenliebe seien das Erfolgsrezept im Frühjahr gewesen: "Jetzt ist die Lage wieder ernst. Ernster, als viele immer noch glauben. Deswegen müssen wir entschlossen handeln", sagte Kretschmer. 

Ab Montag gelte eine neue Rechtsverordnung. Sie sei keine Empfehlung, sondern Pflicht. Seit Oktober stiegen die Infektionszahlen sprunghaft, ebenso die Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden oder sogar auf der Intensivstation liegen.

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"Im Sommer sind wir unseren eigenen sächsischen Weg gegangen. Wir hatten mehr Freiräume als andere Länder. Wir konnten vieles ermöglichen. Das ging auch deshalb, weil sich viele Menschen im Freistaat Gedanken gemacht und Hygienekonzepte konsequent umgesetzt haben", erklärte der Ministerpräsident. 

Für die Sommerzeit habe das gut funktioniert. Mit Beginn der kalten Jahreszeit reiche das offenbar aber nicht mehr aus.

"Können nicht warten, bis die Kapazitäten erschöpft sind"

Kretschmer appelliert an alle Sachsen mitzumachen.
Kretschmer appelliert an alle Sachsen mitzumachen.  © Steffen Füssel

"Die zweite Welle erfasst gerade ganz Deutschland und ganz Europa und sie hat mehr Wucht als wir uns das vorstellen konnten. Fast jeden Tag erreichen wir auch in Sachsen eine neue Höchstzahl. Die Mitarbeiter in unseren Gesundheitsämtern stoßen an ihre Grenzen. Mittlerweile sind sie nicht mehr überall in der Lage, Infektionsketten nachzuverfolgen", sagte Kretschmer. 

Wenn die Zahlen weiter so rapide ansteigen, werde das die Möglichkeiten des Landes überfordern.

"Das müssen wir auf jeden Fall verhindern. Wir können nicht warten, bis die Kapazitäten erschöpft sind. Deshalb handeln wir jetzt", sagte Kretschmer. 

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Es gelte nun alle Kontakte einzuschränken und auf ein absolutes Minimum zu reduzieren: "Und wir müssen auf nicht notwendige private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten." Das sei hart und verlange allen viel ab.

"Ich weiß, dass es immer noch Menschen gibt, die die Maske ablehnen, die die Gefahr leugnen, die verharmlosen oder gar die Existenz des Virus bestreiten. Wir leben in einem freien Land, in dem Demonstrations- und Meinungsfreiheit ein Grundrecht ist. Aber hier geht es nicht um Meinung, sondern um Fakten", sagte Kretschmer.

"Machen Sie alle mit und helfen Sie dabei, Schaden von Sachsen abzuwenden und die Menschen, die uns lieb und teuer sind, zu schützen", schloss Kretschmer seinen Appell.

Titelfoto: Steffen Füssel

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