MP Kretschmer feiert Sachsen-Sause mit 2000 Gästen, doch Fußballfans müssen draußen bleiben

Dresden/Aue - Der Freistaat feiert am 5. September seinen 30. Geburtstag mit 2000 Gästen im Stadion des FC Erzgebirge Aue. Doch die Fans der Veilchen müssen bei den Fußballspielen vorerst draußen bleiben. Ist das nicht ungerecht?

Aue-Geschäftsführer Michael Voigt (48) hofft auf Fans im eigenen Stadion. Er hat ein Hygienekonzept eingereicht. Maximale Zuschauerzahl: 5000.
Aue-Geschäftsführer Michael Voigt (48) hofft auf Fans im eigenen Stadion. Er hat ein Hygienekonzept eingereicht. Maximale Zuschauerzahl: 5000.  © Picture Point/ R. Petzsche

Karten für Heimspiele der Veilchen? Pustekuchen! Das erste Heimspiel am 27. September gegen Fürth wird wegen der Corona-Pandemie wohl ohne Fans angepfiffen. 

Wer dagegen beim Festkonzert zum 30. Gründungsjubiläum des Freistaats am 5. September im Erzgebirgsstadion dabei sein will, hat bessere Karten. Die Homepage für den Vorverkauf ist ab Montag freigeschaltet.

"Die Diskussion mit den Fußballfans wird dadurch nicht einfacher", meint Frank Vogel (63), Landrat des Erzgebirgskreises. Das Thema wird kontrovers diskutiert, bestätigt der Fanbeauftragte des FC Erzgebirge Aue, Heiko Hambeck (51). 

"Logisch, dass die Fans so schnell wie möglich wieder zurück ins Stadion wollen."

Stadionverbot ist organisatorisches Problem

Das Erzgebirgsstadion, noch leer: Am 5. September feiert Sachsen hier seinen 30. Geburtstag mit 2000 Gästen.
Das Erzgebirgsstadion, noch leer: Am 5. September feiert Sachsen hier seinen 30. Geburtstag mit 2000 Gästen.  © dpa/Jan Woitas

In den unteren Spielklassen ist das "Stadionverbot" nur ein organisatorisches Problem. Großveranstaltungen bis 1000 Teilnehmer sind ja erlaubt. "Vorausgesetzt, es liegt ein genehmigtes Hygienekonzept vor", sagt der Vizepräsident des Sächsischen Fußballverbands, Dirk Majetschak (51). 

Zu 80 Prozent der Spiele kämen jedoch weniger als 50 Fußballfans, so der Geschäftsführer des Kreisfußballverbands Erzgebirge, Jens Breidel (52).

Der Geschäftsführer des FC Erzgebirge, Michael Voigt (48), nimmt es sportlich: "Das Konzert ist das erste Zeichen, dass Großveranstaltungen wieder möglich sind." Vielleicht sogar schon zum Saisonstart der 2. Bundesliga? Der Verein hat ein Hygienekonzept eingereicht und plant mit 5000 Zuschauern.

Als Testlauf sieht MP Michael Kretschmer (45, CDU) das Festkonzert: "Wir wollen daraus für zukünftige Veranstaltungen lernen, für Messen, Kongresse und Tagungen."

Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist für Großveranstaltungen mit Hygienekonzept. Das Festkonzert sieht er als Testlauf.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist für Großveranstaltungen mit Hygienekonzept. Das Festkonzert sieht er als Testlauf.  © dpa/Sebastian Kahnert
Nach jetzigem Stand dürfen die Fans von Profivereinen wie Aue nicht zu den Heimspielen.
Nach jetzigem Stand dürfen die Fans von Profivereinen wie Aue nicht zu den Heimspielen.  © DPA/Robert Michael

Und für Fußballspiele vor großer Kulisse.

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert/Jan Woitas

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