Nach Horrorszenario in Tschechien: Tornado-Angst geht um

Annaberg-Buchholz - Jeder hat noch die schrecklichen Bilder des über Südmähren mit 220 Stundenkilometern wütenden Tornados vor Augen, der am Donnerstag ganze Dörfer zerstörte, fünf Tote und mehr als 200 Verletzte forderte. Doch auch in Sachsen geht die Angst vor einem derartigen Szenario um. Erste Anzeichen beunruhigen.

In Südmähren verwüste ein Tornado letzte Woche zahlreiche Dörfer.
In Südmähren verwüste ein Tornado letzte Woche zahlreiche Dörfer.  © DPA

So war am Freitagnachmittag plötzlich ein Tornado im Erzgebirge über der Gemeinde Mildenau (bei Annaberg-Buchholz) am Himmel zu sehen. Gegen 16 Uhr zeichnete sich der Rüssel deutlich am Himmel ab.

Großes Glück: Der Wirbelsturm zog ohne Bodenkontakt vorbei und verschonte damit die 2600-Einwohner-Gemeinde vor Zerstörungen.

Sturmschäden kommen in Mildenau immer mal wieder vor. Auch größere Überschwemmungen (zuletzt 2013), wie Gemeindewehrleiter Michael Schreiter (40) bestätigt.

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Einzelne Ereignisse kann die Feuerwehr der Ortschaft selbst bewältigen: "Käme es zu einem flächendeckenden Ereignis, wären wir auf Hilfe angewiesen."

Nur rund 35 Kilometer von Mildenau entfernt erlebte die nordböhmische Gemeinde Stebno (bei Kryry) Donnerstagabend tatsächlich ein flächendeckendes Horrorszenario: Auch hier deckte der Sturm Dächer ab, knickte Bäume um, Starkregen fiel.

Nur 35 Kilometer von Mildenau entfernt, im böhmischen Stebno, wütete ebenfalls ein Tornado.
Nur 35 Kilometer von Mildenau entfernt, im böhmischen Stebno, wütete ebenfalls ein Tornado.  © Feuerwehr Usti nad Labem
Die Gefahr ist plötzlich so nah: Ein Tornado über Mildenau im Erzgebirge.
Die Gefahr ist plötzlich so nah: Ein Tornado über Mildenau im Erzgebirge.  © André März

"Es spricht alles dafür, dass es sich um einen kleineren Tornado handelte", so Jana Ehertova vom Hydrometeorologischen Institut gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.

Der Schaden geht in die Millionen. "Verletzte gab es zum Glück nicht", so Feuerwehrsprecher Petr Pelikus. Seither sind täglich bis zu 150 Feuerwehrleute bei den Aufräumarbeiten im Einsatz.

Titelfoto: André März

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