Nach schlimmen Erlebnissen im Einsatz: Hilfs-Teams kümmern sich um Sachsens Retter

Dresden - Schwer verletzte Menschen, Tote, manchmal Opfer aus den eigenen Reihen: Die Kameraden der Feuerwehr müssen viel verkraften und brauchen dafür oft selbst Hilfe.

Die Kameraden bleiben nach dem Einsatz oft allein mit ihren Erlebnissen.
Die Kameraden bleiben nach dem Einsatz oft allein mit ihren Erlebnissen.  © privat

Das Einsatznachsorgeteam (ENT) des Sächsischen Landesfeuerwehrverbandes e.V. ist bei Bedarf rund um die Uhr für sie im Einsatz.

Die Dresdner Berufsfeuerwehr hat bereits seit 2003 ein Nachsorgeteam. Die Idee kam nach der Flut 2002. Doch sachsenweit blieben die Kameraden oft allein mit schlimmen Erlebnissen, auch weil die Nachsorge nicht gesetzlich verankert ist.

"Gerade die vielen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren, die das neben ihrer Arbeit machen, betrifft das", sagt Andreas Rümpel (63), Vorsitzender des Sächsischen Landesfeuerwehrverbandes.

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Er war 2015 Mitinitiator des ENT für Sachsen. Ab 2016 begann die Ausbildung der ersten 25 "Peers" (Kameraden aus den eigenen Reihen), die nach Vorgaben der Bundesvereinigung Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen e.V. geschult wurden.

Andreas Rümpel (63), Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen, war Mitinitiator des ENT.
Andreas Rümpel (63), Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen, war Mitinitiator des ENT.  © Eric Münch
Thomas Kreher (55) ist Leiter des Nachsorgeteams.
Thomas Kreher (55) ist Leiter des Nachsorgeteams.  © Eric Münch
Das ENT ist am eigenen Logo erkennbar.
Das ENT ist am eigenen Logo erkennbar.  © Eric Münch

Mittlerweile 38 ehrenamtliche "Peers"

Immer wieder müssen Kameraden belastende Einsätze aushalten.
Immer wieder müssen Kameraden belastende Einsätze aushalten.  © Rocci Klein

Zu Einsätzen werden die "Peers" über die Integrierte Leitstelle alarmiert. "In den vergangenen Jahren war das zwischen 25- und 30-mal im Jahr", so Thomas Kreher (55), Leiter der ENT des Landesfeuerwehrverbands.

2021 waren es bereits 105 Einsätze. Der Bedarf ist größer geworden, auch weil die ENT mittlerweile bekannter ist, schätzt Rümpel.

In etwa 70 Prozent der Fälle werden die "Peers" nach Bränden und Verkehrsunfällen alarmiert, in 10 Prozent nach dem Tod eigener Kameraden.

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Mittlerweile ist die Zahl der ehrenamtlichen "Peers" auf 38 angewachsen. Sie werden von psychosozialen Fachkräften unterstützt.

Titelfoto: Bildmontage: Privat/Eric Münch

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