Nach Polizei-Skandal: Riesen-Hickhack um Innenminister Wöller

Dresden - Innenminister Roland Wöller (49, CDU) machte zuletzt im Skandal um verhökerte Fahrräder bei der Leipziger Polizei und in der Affäre um die Löschung von AfD-Daten beim sächsischen Verfassungsschutz eine mehr als unglückliche Figur.

Innenminister Roland Wöller (49, CDU) hat derzeit nichts zu lachen. Er steht nicht nur bei der Opposition in der Kritik.
Innenminister Roland Wöller (49, CDU) hat derzeit nichts zu lachen. Er steht nicht nur bei der Opposition in der Kritik.  © dpa/Sebastian Kahnert

Die Linke setzte ihn deshalb auf die Abschussliste. Aber Wöller hat einen mächtigen Fürsprecher.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) schmetterte mit einem Satz jegliche Kritik ab: "Innenminister Roland Wöller hat mein Vertrauen", sagte Kretschmer in einer Aktuellen Stunde im Landtag.

Mehr noch: Er bemühte sich sogar, Wöllers Verdienste in den Vordergrund zu stellen. Auch wenn die Koalitionspartner aus Loyalität nicht widersprachen und sich stattdessen um eine Personaldebatte herumlavierten, wird hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand über Wöllers Pannen auf den Landtagsfluren gelästert.

Was also ist Kretschmers Vertrauensvorschuss wert? Wird der Ministerpräsident auch dann noch zu seinem Innenminister stehen, wenn der in das nächste Fettnäpfchen schlittert? Schließlich macht sich Kretschmer durch sein unbedingtes Bekenntnis auf Dauer selbst angreifbar.

Daran besteht für die Linken kein Zweifel. Kretschmer sei für Wöllers "aktuelles und künftiges Versagen politisch mitverantwortlich", so Fraktionschef Rico Gebhardt (57).

Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) steht zu seinem Innenminister. Bis zum nächsten Skandal - und dann?
Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) steht zu seinem Innenminister. Bis zum nächsten Skandal - und dann?  © dpa/Sebastian Kahnert
Für Linksfraktions-Chef Rico Gebhardt (57) ist klar: Wöller muss weg.
Für Linksfraktions-Chef Rico Gebhardt (57) ist klar: Wöller muss weg.  © dpa/Sebastian Willnow

Ende der Diskussion? Richtig. Denn wer in Sachsen Minister wird oder bleibt, entscheidet nur der Ministerpräsident. Wöller bleibt also. Vorerst zumindest.

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

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