Nach Tönnies-Skandal: Wie werden Sachsens Schlachthöfe überwacht?

Dresden /Belgern - Mehr als 1500 Corona-Infizierte bei Tönnies: Täglich steigt die Zahl positiv getesteter Mitarbeiter der Großschlachterei in NRW. Aber wie sieht es in Sachsen aus?

Tiere zerlegen ist Akkordarbeit.
Tiere zerlegen ist Akkordarbeit.  © dpa/Carsten Rehder

Es gibt einfach keine Großschlachterei. 

Die größte in Belgern nördlich von Riesa ist "Emil Färber". 

Nach Angaben der Geschäftsführung arbeiten dort 100 Leute, nur 15 davon sind Schlachter. 

"Wir hatten bisher noch keine Corona-Fälle in unserem Betrieb", sagt Geschäftsführer Manfred Kempter. 

"Wir messen bei den Mitarbeitern die Temperatur." 

Tests an sich seien vom Gesundheitsamt auch nicht angeordnet worden.

Dahinter steht die Philosophie des sächsischen Gesundheitsministeriums: "Eine generelle Testung ohne triftigen Grund ist nicht vorgesehen, da nicht sinnvoll. Dies gilt auch für Schlachthöfe", so eine Sprecherin. 

Nur im Falle des begründeten Verdachts werde getestet. 

Sachsens größte Schlachterei ist noch coronafrei

Die Schlachterei in Belgern: Der Betrieb ist bislang coronafrei.
Die Schlachterei in Belgern: Der Betrieb ist bislang coronafrei.  © Dirk Hunger

Grundsätzlich spiele Corona in Schlachthöfen in Sachsen bisher keine Rolle, es seien keine Fälle bekannt.

Der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist diese Haltung zu leichtfertig: "Die Bedingungen in der Schlacht- und Zerlegeindustrie sind deutschlandweit vergleichbar: Die Arbeit an den Bändern ist körperlich extrem anstrengend, die Räume heruntergekühlt, Mindestabstände können kaum eingehalten werden", sagt Sprecher Jonas Bohl.

Das sei ideal für Corona. "Es wäre daher sicher ratsam, alle Beschäftigten regelmäßig auf Corona zu testen.“

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder

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