Nach Brandanschlag auf Impfzentrum: Linke fordern härteres Vorgehen gegen Impfgegner

Treuen - Am Dienstag kam es zu einem Brandanschlag auf das Impfzentrum Eich im Vogtland. Dieser Anschlag war nicht der erste.

Nach dem Molotow-Anschlag sucht die Polizei weiterhin nach den Tätern.
Nach dem Molotow-Anschlag sucht die Polizei weiterhin nach den Tätern.  © B&S/ David Rötzschke

Am späten Dienstagabend warfen laut ersten Angaben bisher Unbekannte mehrere Molotowcocktails auf das Zentrum Eich im Vogtland.

Die Feuerwehr aus Treuen, Eich und Rebsgrün rückten sehr schnell an. Ein großes Feuer entstand dadurch zum Glück nicht.

Auch die Polizei war im Großeinsatz, ein Polizeihubschrauber kreiste über das Gebiet. Die Suche nach möglichen Tätern blieb bisher erfolglos.

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Verletzte Personen gibt es nicht. Die Höhe des Sachschadens ist aktuell noch nicht bekannt.

Laut Zeugenaussagen wurden drei Männer in einem roten Auto gesehen, die zum Tatzeitpunkt in Richtung Auerbach fuhren.

Das Impfzentrum Eich in Treuen gilt als eines der wichtigsten Impfzentren in Sachsen. Bereits im März gab es hier eine Farbattacke.

Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an.

Das Impfzentrum Eich war Teil der großen Impfkampagne im Vogtland, wodurch in dem Landkreis die hohen Zahlen endlich sanken.
Das Impfzentrum Eich war Teil der großen Impfkampagne im Vogtland, wodurch in dem Landkreis die hohen Zahlen endlich sanken.  © B&S/ David Rötzschke

Die Linken wie auch Sozialministerin Köpping melden sich zu Wort

Für Linke-Politiker Susanne Schaper (43) und Rico Gebhardt (58) soll es keine Impfpflicht geben. Dennoch sind sie gegen jegliches Vorgehen von radikalen Impfgegnern.
Für Linke-Politiker Susanne Schaper (43) und Rico Gebhardt (58) soll es keine Impfpflicht geben. Dennoch sind sie gegen jegliches Vorgehen von radikalen Impfgegnern.  © Eric Muench / Ralph Kunz

Nach dem versuchten Brandanschlag fordern die Linken ein entschiedenes Vorgehen gegen radikale Impfgegner. "Die Staatsregierung muss dem Treiben von Pöblern und Gefährdern entschieden entgegentreten. Sonst wird sich die gesellschaftliche Eskalationsspirale weiterdrehen", teilten Parteichefin Susanne Schaper (43, Die Linke) und der Linke-Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt (58, Die Linke) am Mittwoch mit.

Es müsse auch in Sachsen möglich sein, sich ohne Furcht impfen zu lassen und ohne Furcht Impfungen vorzunehmen, ob an Schulen, im Impfzentrum oder anderswo.

"Wir werben für den solidarischen Akt der Schutzimpfung, aber wir akzeptieren es, wenn sich Menschen dagegen entscheiden. Was wir hingegen nicht akzeptieren, ist das Vorgehen radikaler Impfgegner, die mit Anschlägen und aggressiven Verbalattacken ein Klima der Angst schaffen wollen. Niemand wird zwangsgeimpft, nichts rechtfertigt Angriffe in Wort und Tat", hieß es weiter.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (63) äußert sich schockiert zu dem Angriff auf das Impfzentrum im Vogtland: "Wer immer den Brandanschlag verübt hat, muss zur Verantwortung gezogen werden."
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (63) äußert sich schockiert zu dem Angriff auf das Impfzentrum im Vogtland: "Wer immer den Brandanschlag verübt hat, muss zur Verantwortung gezogen werden."  © Eric Münch

Auch Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (63, SPD) hat klare Worte zu dem Angriff: "Ich bin sehr erleichtert, dass keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Schaden gekommen sind. Sie engagieren sich täglich, um Menschen mit der Coronaschutzimpfung einen Schutz vor schwerer Erkrankung zu ermöglichen."

Die hohe Impfquote im Vogtlandkreis zeige, dass diese Arbeit sehr gut angenommen werde, sagt Köpping am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

"Wer immer den Brandanschlag verübt hat, muss zu Verantwortung gezogen werden. Der Anschlag ist eine neue Eskalationsstufe, nachdem wir schon mehrfach verbale Angriffe auf mobile Impfteams festgestellt haben", sagte die Ministerin. Es sei eine persönliche Sache, sich nicht impfen zu lassen.

"Aber andere Menschen und Gebäude anzugreifen, um die Impfkampagne insgesamt zu stören, ist nach meiner Auffassung ein krimineller Akt und gehört hart bestraft."

Polizei erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Die Polizei hat mittlerweile die Sicherheitsmaßnahmen an Impfzentren und an Schulen, an denen es ein Impfangebot gibt, verstärkt. Rund um Zwickau fahre die Polizei häufiger Streife und habe ihre Präsenz ingesamt erhöht, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts Sachsen am Donnerstag.

Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des LKA hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen, weil eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden kann.

Titelfoto: B&S/ David Rötzschke

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