Inzidenz von über 700! Vogtland ist bundesweiter Corona-Hotspot, wie kann das sein?

Plauen - Der Vogtlandkreis hat zum Jahresabschluss noch einen traurigen Rekord aufgestellt. Das RKI meldet an Silvester für das Gebiet in Südwestsachsen eine unfassbare 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 762,4. Das ist aktuell bundesweiter Rekord. Kurz vor Weihnachten, am 23. Dezember, wurde noch ein Wert von 142,9 gemeldet. Damit hat sich die Inzidenz innerhalb einer Woche mehr als verfünffacht! Wie konnte das Vogtland in so kurzer Zeit zu so einem Sorgenkind werden?

Im Vogtland sind in den vergangenen Tagen die Corona-Zahlen explodiert. (Symbolbild)
Im Vogtland sind in den vergangenen Tagen die Corona-Zahlen explodiert. (Symbolbild)  © Kateryna Kon/123 RF

Laut RKI gab es am Donnerstag (stand 0 Uhr) 399 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der seit Frühjahr positiv getesteten Personen auf 6293. Die Zahl der derzeit aktiven Fälle liegt bei 2526. Insgesamt sind 158 Personen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

Die meisten Neuinfektionen gibt es laut Homepage des Landkreises in Plauen (78), danach folgen Falkenstein (42), Adorf und Reichenbach (je 34) sowie Auerbach (32).

Der Kreis schreibt dazu: "Seit Anfang Dezember stellte das Gesundheitsamt des Vogtlandkreises einen starken Anstieg an Corona-Infektionen im Landkreis fest. Im Resultat kam es zu einem Rückstau bei der Ermittlung und Kontaktverfolgung."

Das Gesundheitsamt kam bei der Bearbeitung zeitweise nicht mehr hinterher. Deshalb waren die Werte im Vergleich zum restlichen Sachsen verhältnismäßig niedrig. Laut Freie Presse sei der Rückstau über die Feiertage aufgearbeitet worden.

Seit Anfang dieser Woche seien die Zahlen aber wieder aktuell.

Bearbeitungsrückstau ließ Zahlen explodieren

Die Göltzschtalbrücke gehört zu den Wahrzeichen des Vogtlands.
Die Göltzschtalbrücke gehört zu den Wahrzeichen des Vogtlands.  © Wolfgang Hertel/123 RF

Landrat Rolf Keil (65, CDU) sei Mitte Dezember erstmals über die Probleme informiert worden und habe daraufhin umgehend eine Untersuchung angeordnet, um die Ursache des Problems zu finden. Daraufhin sei die Zahl der Angestellten des Gesundheitsamtes auf 150 aufgestockt worden. Außerdem kamen Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung dazu.

Am Vogtland sieht man nun, wie schnell aus einem Musterschüler ein Sorgenkind werden kann. Denn wenige Tage vor Bekanntwerden der Probleme, war Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) im Gesundheitsamt in Plauen. Damals hieß es noch von Kretschmer: "Die Situation im Vogtland ist noch unter Kontrolle, weil hier konsequent gehandelt wird."

Unterdessen versuchen auch Kriminelle die Situation auszunutzen: Am Dienstag meldete die Polizei, dass sich in Treuen Betrüger bei einem Mann als vermeintliches Corona-Impfteam ausgegeben haben (TAG24 berichtete). "Der Betroffene wies die beiden Unbekannten ab", teilte die Polizei mit. Dadurch war kein Schaden entstanden.

Titelfoto: Kateryna Kon/123 RF, Wolfgang Hertel/123 RF

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