Kosten im Vogtland laufen aus dem Ruder: Ist Sachsens Rettungsstruktur noch zu retten?

Plauen/Zwickau - Vor über fünf Jahren drückte der Freistaat gegen den Willen der Landkreise durch, die Leitstellen für den Rettungsdienst von 20 auf nur noch fünf zu reduzieren. 

Auch der Neubau war mit 7,8 Millionen Euro um 40 Prozent teurer als veranschlagt.
Auch der Neubau war mit 7,8 Millionen Euro um 40 Prozent teurer als veranschlagt.  © Ralph Köhler/propicture

Nachdem bereits im vergangenen Jahr Verantwortungsträger aus dem Leipziger Raum die Rückkehr zur alten Struktur forderten (TAG24 berichtete), begehrt nun auch das Vogtland auf.

Denn hier laufen die Kosten aus dem Ruder. Während der Vogtlandkreis für die Versorgung seiner 229.000 Bewohner vor der Fusion knapp 500.000 Euro für die Leitstelle ausgab, soll er nun 1,2 Millionen an Zwickau zahlen.

Jens Leistner, Geschäftsführer vom Rettungszweckverband Südwestsachsen: "Dabei war die vorgebliche Kostenersparnis damals das Argument des Freistaates, warum wir die neue Struktur hinnehmen sollten."

Wurde das funktionierende System nur verschlimmbessert und teurer?

Die Leitstelle des Rettungsdienstes in Zwickau ist auch für den kompletten Vogtlandkreis zuständig.
Die Leitstelle des Rettungsdienstes in Zwickau ist auch für den kompletten Vogtlandkreis zuständig.  © Ralph Köhler/propicture

Die FDP-Fraktion, angeführt von Plauens OB Ralf Oberdorfer, ermutigt jetzt den Landrat Rolf Keil (CDU), über den Landkreistag eine landesweite Evaluierung anzuschieben. 

Wurde das funktionierende System nur verschlimmbessert und teurer?

Zuletzt hatten auch Leipzigs Landrat Henry Graichen (CDU) und Grimmas OB Matthias Berger (parteilos) die Rückkehr zu regionalen Leitstellen angeregt. 

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Grund war neben den Kosten die Verschlechterung bei der Einhaltung der Hilfsfristen.

Titelfoto: Ralph Köhler/propicture

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