Jubiläumsfahrt mit kleinen Hindernissen: Göltzschtalbrücke feiert mit ordentlich Dampf

Reichenbach/Vogtland - Eisenbahn-Enthusiasten feierten am Samstag 170 Jahre Göltzschtalbrücke. Dazu gab zwei Sonderfahrten mit einer restaurierten Dampflok - doch diese hätte fast gar nicht das Viadukt passiert.

Eisenbahn-Liebhaber staunen beim Halt in Reichenbach. Wegen wetter- und gewichtsbedingten Problemen musste der Zug mit weniger Wagen fahren.
Eisenbahn-Liebhaber staunen beim Halt in Reichenbach. Wegen wetter- und gewichtsbedingten Problemen musste der Zug mit weniger Wagen fahren.  © Sven Gleisberg

"Wir sind kurz vor Muldenberg liegengeblieben. Nässe und Dreck haben eine Schmiere gebildet, die das Weiterfahren erschwert hat - und der Zug war zu schwer", sagt Steffen Kluttig (57) vom Verein "IG Traditionslokomotive 58 3047" aus Glauchau.

Die Eisenbahn-Liebhaber mussten improvisieren. Kluttig: "Wir haben zwei von fünf Wagen abgehängt und die Route abgeändert. In Gunzen wartende Fahrgäste haben wir dann mit dem Auto nach Adorf geholt, damit sie dort zusteigen konnten."

Am Bahnhof Gunzen gab es anlässlich des 170. Betriebsjahres der Göltzschtalbrücke eine Feier. Die Viadukt-Eröffnung erfolgte am 15. Juli 1851, die Grundsteinlegung bereits am 31. Mai 1846. Damit hat der Bahnbogen 2021 eigentlich ein Doppel-Jubiläum (170 und 175 Jahre).

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Auch die beiden Sonderfahrten zum 170-Jährigen gelangen - aber mit zwei Stunden Verspätung. Erst gegen 13.30 Uhr rollte die in Falkenstein gestartete DDR-Dampflok 35 1097 (Baujahr 1959) erstmals über das Ziegel-Viadukt.

Endlich geschafft! Am späten Mittag konnte der Sonderzug über die Göltzschtalbrücke rollen.
Endlich geschafft! Am späten Mittag konnte der Sonderzug über die Göltzschtalbrücke rollen.  © Sven Gleisberg
Die Dampflok 35 1097 ist mehr als 60 Jahre alt und wurde vom Glauchauer Verein liebevoll saniert.
Die Dampflok 35 1097 ist mehr als 60 Jahre alt und wurde vom Glauchauer Verein liebevoll saniert.  © Sven Gleisberg

Zur Aufwertung der Göltzschtalbrücke kurbelte die Stadt Reichenbach eine Machbarkeitsstudie an. Geplant sind unter anderem Orientierungssysteme, Grundstücksankäufe sowie Rad- und Wanderwege, um den Zugang zu diesem Vogtland-Wahrzeichen zu verbessern.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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