Vogtländerin im Türkei-Urlaub verunglückt und niemand zahlt!

Klingenthal - Türkei-Reise, Bus-Unfall, OP, Versicherungsstreit! So hatte sich Gudrun Hölzel (70) ihren Urlaub nicht vorgestellt. 

Nach ihrem Horror-Urlaub führten Gudrun und Frank Hölzel einen Papier-Krieg mit AXA XL und DER Touristik.
Nach ihrem Horror-Urlaub führten Gudrun und Frank Hölzel einen Papier-Krieg mit AXA XL und DER Touristik.  © Uwe Meinhold

Sie verletzte sich im Juni 2018 bei einem Ausflugsbus-Unfall nahe Antalya schwer an Schlüsselbein und Schulter. Doch der Haftplichtversicherer des Urlaubsveranstalters zahlte keinen Schadensersatz. Das Ehepaar Hölzel klagte - und verlor.

Der Busausflug wurde über das türkische Unternehmen IHS gebucht und war nicht Teil der Pauschalreise. DER Touristik trat dabei nur als Vermittler auf. Deswegen verweigerte die AXA XL Group Schadensersatz und Schmerzensgeld.

"Meine Frau kann den rechten Arm kaum heben. Der Schaden bleibt. Ich muss ihr oft beim Minijob helfen", sagt Ehemann Frank Hölzel (71) verbittert. 

Im Hotel und beim Flughafentransfer im Urlaub wären nur IHS-Mitarbeiter zu sehen gewesen. "Wir vermuten, dass IHS ein Erfüllungsgehilfe von DER Touristik ist. Dann müsste AXA XL haften", sagt Heike Teubner von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Das Paar bleibt auf etwa 7000 Euro für Urlaubsausfall, Kleidung und Rezept-Zuzahlungen sitzen. Die Unfallversicherung übernimmt die Invaliditätsleistung."

Die Hölzels hofften auf Kulanz. Doch niemand half. DER Touristik bleibt dabei, den Busausflug nur vermittelt zu haben. AXA XL äußert sich gegenüber TAG24 trotz Schweigepflicht-Entbindung durch das Ehepaar Hölzel gar nicht. IHS verweist an DER Touristik - und diese zurück an AXA XL. Das Ehepaar hat keinen Rechtsschutz. Von einer Klage rät Heike Teubner daher ab.

Immerhin: IHS-Mitarbeiter brachten in der Türkei einen Blumenstrauß von DER Touristik ans Krankenbett von Gudrun Hölzel. DER Touristik bedauert das "schreckliche Erlebnis".

Ewige Narbe, Dauer-Schmerz: Gudrun Hölzel hat Stifte und Platte in der rechten Schulter. Den Arm kann sie schlecht heben.
Ewige Narbe, Dauer-Schmerz: Gudrun Hölzel hat Stifte und Platte in der rechten Schulter. Den Arm kann sie schlecht heben.  © Uwe Meinhold
Gudrun Hölzel (70) wurde nach dem Busunfall in der Türkei am Straßenrand notdürftig verarztet. Der Bus von IHS Travel war zu schnell, die Straße glitschig. 
Gudrun Hölzel (70) wurde nach dem Busunfall in der Türkei am Straßenrand notdürftig verarztet. Der Bus von IHS Travel war zu schnell, die Straße glitschig.  © Repro: Uwe Meinhold

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