Leben auf dem Mars: Vogtland-Astronautin ist sicher "gelandet"

Plauen - Wie fühlt sich ein Erdling auf dem Mars? Anika Mehlis (40) hat mittlerweile eine Vorstellung davon. Die Vogtländerin war als Analog-Astronautin bei der jüngsten Simulationsmission des Österreichischen Weltraumforums (ÖWF) in der Wüste Negev dabei und ist nach wochenlanger Isolation kürzlich wieder im Alltag gelandet.

Nach wochenlanger Isolation hat die internationale Crew, zu der Anika Mehlis als einzige Frau gehörte, die Forschungsstation verlassen.
Nach wochenlanger Isolation hat die internationale Crew, zu der Anika Mehlis als einzige Frau gehörte, die Forschungsstation verlassen.  © ÖWF/Florian Voggeneder

"Spätestens, wenn man mit dem Anzug draußen unterwegs ist und außer dem Funkkontakt nur seinen eigenen Atem hört, fühlt man sich wie aus der Welt gefallen", beschreibt die Mikrobiologin die Expedition im Wüstenkrater, bei der ein fast 50 Kilogramm schwerer Raumanzug für künftige Marsmissionen getestet wurde.

Da es auf dem Mars kein GPS gibt, nutzte die sechsköpfige, internationale Crew ein eigens aufgebautes WLAN zur Verständigung. "Dabei konnte schon mal der Kontakt zur Basisstation verloren gehen. Auf dem Mars wäre das lebensgefährlich", so Anika Mehlis.

Eine wichtige psychologische Erkenntnis der Mission: "Humor bewältigt Stress und hält ein Team zusammen." Die Analog-Astronautin verrät den Lieblings-Gag der Crew: "Der Austausch mit dem Kontrollzentrum in Innsbruck war wegen der absichtlich eingebauten Zeitverzögerung langwierig. Das haben wir auf lustige Weise innerhalb der Station kultiviert. Wer beispielsweise fragte, was abends gekocht werden soll, bekam die Standard-Antwort: 'Danke für den Input, wir werden darüber beraten.'"

Die Plauenerin Anika Mehlis (40) testete Raumfahrtanzüge für künftige Flüge zum Mars.
Die Plauenerin Anika Mehlis (40) testete Raumfahrtanzüge für künftige Flüge zum Mars.  © ÖWF/Florian Voggeneder
In der israelischen Wüste Negev simulierten die Forscher einen Einsatz auf dem Mars.
In der israelischen Wüste Negev simulierten die Forscher einen Einsatz auf dem Mars.  © ÖWF/Florian Voggeneder

Nach der Wiedersehensfreude mit ihrer Familie gönnte sich Anika Mehlis ein ganz simples Vergnügen: "Eine schöne, lange, heiße Dusche."

Titelfoto: ÖWF/Florian Voggeneder

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