Nächste Getreide-Krise: Hafer-Alarm auf Sachsens Feldern

Plauen - Von wegen Tierfutter! Hafer ist als Milchersatz, Frühstücksbrei oder Müsli in Mode. Auch in Sachsen steigt die Nachfrage. Doch das Trendprodukt steckt in der Krise …

Regionaler Hafer ist nach wie vor ein knappes Nischenprodukt. Der Anbau in Sachsen steigt aber stetig an.
Regionaler Hafer ist nach wie vor ein knappes Nischenprodukt. Der Anbau in Sachsen steigt aber stetig an.  © imago/Hanke

Der unberechenbare Markt setzt den Landwirten zu. "Sie kämpfen mit enorm gestiegenen Kosten. Und die allgemeine Unsicherheit macht eine Planung unmöglich", sagt Andreas Jahnel (51) vom Landesbauernverband.

Auch die Rubinmühle in Plauen (Vogtland), Sachsens größte Hafermühle, ist betroffen. "Der Getreidemarkt spielt verrückt. Landwirte halten den kommenden Hafer vom Markt zurück, weil sie davon ausgehen, dass Preise weiter steigen“, so Mühlen-Chef Christopher Rubin (43).

Doch auch die Witterung bereitet Sorgen. "Der Mangel an Regen seit der Aussaat im Frühjahr hat den Pflanzen besonders stark zugesetzt", sagt Jahnel. "Hafer braucht Feuchtigkeit. Die Ernte wird nicht berauschend."

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Vor allem im Leipziger Raum und in Ostsachsen hätten die Bestände große Probleme. Und das bei hoher Nachfrage: Laut Statistischem Landesamt boomt der Hafer im Freistaat. Seit 2016 stieg die Anbaufläche von 8400 auf 14.100 Hektar.

Andreas Jahnel (51) vom Sächsischen Landesbauernverband warnt vor stark ansteigenden Preisen für Haferprodukte.
Andreas Jahnel (51) vom Sächsischen Landesbauernverband warnt vor stark ansteigenden Preisen für Haferprodukte.  © Amac Garbe
Der Haferbrei, nach britischer Manier neuerdings auch "Porridge" genannt, wurde in den vergangenen Jahren zunehmend zur Trendspeise.
Der Haferbrei, nach britischer Manier neuerdings auch "Porridge" genannt, wurde in den vergangenen Jahren zunehmend zur Trendspeise.  © picture alliance/dpa

"Aktuell experimentieren einige Bauern mit sogenanntem Winterhafer", so Robert Schimke (47) vom Landwirtschaftsministerium. Eigentlich wird das Getreide erst im Frühjahr gesät und ab Spätsommer geerntet. "Einige bringen ihn nun eher aufs Feld, sodass sich die Pflanze frühzeitig entwickeln kann."

Titelfoto: imago/Hanke

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