MAN kündigt Beschäftigungs-Sicherungsvertrag vorzeitig: Auch Werk in Plauen steht vor dem Aus

München/Plauen - Der Lkw- und Bushersteller MAN hat die eigentlich noch zehn Jahre gültige Standort- und Beschäftigungssicherung vorzeitig gekündigt. 

Der Lkw- und Bushersteller MAN hat Standort- und Beschäftigungssicherung vorzeitig gekündigt. (Symbolbild)
Der Lkw- und Bushersteller MAN hat Standort- und Beschäftigungssicherung vorzeitig gekündigt. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen will damit den geplanten Abbau von 9500 der rund 36.000 Stellen vorantreiben. 

Um die geplante Neuausrichtung einzuleiten, sehe man sich gezwungen, die für die Standorte in Deutschland und Österreich geltenden Verträge zum 30. September zu kündigen, teilte MAN am Dienstag in München mit. Ursprünglich lief die Standortsicherung bis 2030.

Das Unternehmen erklärte, dass die Verträge ganz oder teilweise wieder in Kraft gesetzt werden können, wenn "sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite bis Jahresende auf ein gemeinsames Programm zur Neuausrichtung von MAN" einigten. Der Betriebsrat kündigte an, sich noch am Dienstag äußern zu wollen. Die Arbeitnehmervertreter hatten vor wenigen Tagen den Schritt der Unternehmensleitung angekündigt.

Der Lkw- und Bushersteller ist seit Langem mäßig profitabel. Er muss aufgrund der Vorgaben der EU in die Elektrifizierung und Digitalisierung seiner Fahrzeuge investieren. Die Werke Steyr in Österreich, Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) stehen wegen der Pläne vor dem Aus, ein massiver Stellenabbau wird auch in anderen Werken wie München und Nürnberg erwartet. 

Details zu den Standorten sind bislang aber nicht bekannt.

Sachsen kämpft bei MAN um Plauener Standort

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist am Dienstag mit Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) in München bei MAN. Kretschmer twitterte "MAN hat sich 2014 festgelegt: Der Standort Plauen bleibt. Vertrauen ist eine wichtige Währung, mit der man nicht spielen darf."

"Wir sind in großer Sorge, was die Mitarbeiter in Plauen angeht und wir wollen alles dafür tun, dass dieser Standort eine Zukunft hat", sagte der Regierungschef nach dem Treffen. Zwar gebe es das Angebot, betroffenen Mitarbeitern einen Job im VW-Werk in Zwickau anzubieten. "Aber die Mitarbeiter wollen weiter in ihrer Sparte in Plauen arbeiten. Und das wollen wir auch", so Kretschmer.

Das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen will rund 9500 von rund 36.000 Stellen zu streichen. Um die Pläne voranzutreiben, hat MAN die eigentlich noch zehn Jahre gültige Standort- und Beschäftigungssicherung für Standorte in Deutschland und Österreich vorzeitig zum 30. September gekündigt. Ursprünglich lief die Standortsicherung bis 2030. Auch die Zukunft des Bus Modification Center im Vogtland mit rund 150 Mitarbeitern ist ungewiss.

Wirtschaftsminister Dulig zeigte sich nach dem Treffen in München ernüchtert. "MAN hat eine wirtschaftliche Entscheidung getroffen, das Unternehmen ist massiv unter Druck." 

Der Plauener Standort, der sich auf den Umbau von Bussen und Lkws spezialisiert habe, funktioniere.

"Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, diesen Standort in Frage zu stellen." Auch wenn MAN seine Entscheidung gegenwärtig nicht revidieren wolle, werde man sich weiter für den Erhalt einsetzen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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