Hund entdeckt toten Jungen: Ist er ein Bruder vom Schwarzenberg-Baby?

Pöhl - Grausiger Fund im Naturparadies: Auf einem Waldweg an der Weißen Elster von Liebau (nahe der Talsperre Pöhl im Vogtland) entdeckte eine Radfahrerin dank ihres Hundes am frühen Donnerstagmorgen ein totes Baby. Erste Untersuchungen des verwesten Leichnams ergaben: Es war ein Junge (TAG24 berichtete).

Grausige Entdeckung im Naturparadies: Nahe dieser Biegung der Weißen Elster entdeckte eine Fahrradfahrerin mit Hund die Babyleiche.
Grausige Entdeckung im Naturparadies: Nahe dieser Biegung der Weißen Elster entdeckte eine Fahrradfahrerin mit Hund die Babyleiche.  © Bernd Rippert

Die Polizei hat einen schlimmen Verdacht: Vielleicht handelt es sich um den zweiten Bruder des 2011 getöteten Babys von Schwarzenberg.

TAG24 konnte mit der Frau sprechen, die den Leichnam gefunden hatte. Sie möchte anonym bleiben, sagt: "Ich fuhr mit dem Fahrrad durch den Wald unterhalb der Burgruine Liebau. Mein Hund lief frei daneben. An der Elster schlug der Hund im Unterholz an."

Sie stieg ab und bekam einen Schock: Im Gras lag eine verweste Babyleiche. "Es war schlimm. Diesen Anblick werde ich so schnell nicht los."

Die Frau rief die Polizei. Spezialisten in der Gerichtsmedizin konnten feststellen, dass es sich um einen Jungen handelte. Alter, Todeszeitpunkt und -ursache stehen noch aus.

Vor allem setzt die Kripo auf einen DNA-Abgleich.

Liebau gehört zur Talsperrengemeinde Pöhl im Vogtland.
Liebau gehört zur Talsperrengemeinde Pöhl im Vogtland.  © Ellen Liebner

Ein Zusammenhang der Fälle wird geprüft

Eventuell Anwohner legten diese roten Rosen am Fundort des Säuglings ab.
Eventuell Anwohner legten diese roten Rosen am Fundort des Säuglings ab.  © Bernd Rippert

Polizeisprecher Christian Schünemann (36): "Natürlich denkt jeder Ermittler an das tote Baby in Schwarzenberg. Erst die DNA wird zeigen, ob die Säuglinge verwandt sind."

Im Januar 2011 fand ein Arbeiter ein totes Baby im Altkleidercontainer im Ortsteil Sonnenleithe. Ermittlungen ergaben: Das Kind wurde nach der Geburt getötet, in eine Plastiktüte gesteckt und entsorgt. 

Ein Jahr später wurde im tschechischen Rotava ein zweiter toter Junge gefunden. Die DNA bewies: Es war ein Bruder des toten Babys von Schwarzenberg.

Beim Baby von Liebau fand die Polizei wieder eine Plastiktüte. Ob sie mit dem Fall zu tun hat, wird geprüft.

Update 11.15 Uhr: Zwei Tage nach dem Fund einer Babyleiche in einem Wald im Vogtlandkreis sind die Umstände und Hintergründe noch unklar. Der Gerichtsmediziner konnte sich noch nicht festlegen, woran der kleine Junge gestorben ist, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Zwickau am Freitag sagte. Zur Todesursache und ob das Baby tot oder lebendig abgelegt wurde, müssten noch umfangreichere Untersuchungen in den kommenden Tagen und Wochen erfolgen. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Aufgrund des Zustandes der Leiche stehe jedoch fest, dass das Baby bereits einige Tage tot gewesen sei, erläuterte der Polizeisprecher. Spaziergänger hatten am Mittwoch den Leichnam nahe der Weißen Elster im Ortsteil Liebau der Gemeinde Pöhl unweit der Landesgrenze zu Thüringen gefunden. Die Polizei bittet daher Zeugen, sich zu melden, wenn sie Angaben zu dem Fall machen können.

Titelfoto: Bernd Rippert

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