Skispringen in Klingenthal ohne Richard Freitag: Was ist der Grund?

Klingenthal - Vor Olympia 2018 war er Deutschlands bester Skispringer, vier Jahre später ist er völlig abgetaucht. So kam die Frage, die ein Zuschauer am vergangenen Weltcup-Wochenende an die "Sportschau" der ARD richtete, nicht überraschend: "Wo ist eigentlich Richard Freitag?"

Um Richard Freitag (30) ist es derzeit ruhig geworden. (Archivfoto)
Um Richard Freitag (30) ist es derzeit ruhig geworden. (Archivfoto)  © picture alliance / Angelika Warmuth/dpa

Moderator Tom Bartels erklärte vor Millionen Zuschauern, der 30-Jährige sei "leider außer Form." Man hoffe, "dass er nicht über das Ende seiner Karriere nachdenkt."

Doch so weit ist der Olympia-Medaillengewinner, frühere Team-Weltmeister und Weltcupsieger trotz seiner schwierigen sportlichen Phase nicht.

"Nein. Auf lange Sicht muss man irgendwann sicher drüber nachdenken. Das schiebe ich aktuell aber mal ganz weit weg", sagte Freitag.

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Am Wochenende ist er nicht beim Weltcup in Klingenthal am Start, sondern zwei Ligen tiefer in Kandersteg in der Schweiz. "Es wäre der Optimalplan, bei der Vierschanzentournee in der nationalen Gruppe zu sein", sagte Freitag, der vor vier Jahren noch als Topfavorit in die Tournee gestartet war.

Wie weit sich Freitag vom A-Team um die Topflieger Karl Geiger und Markus Eisenbichler entfernt hat, zeigten Aussagen von Bundestrainer Stefan Horngacher.

Auf den ehemaligen Spitzenathleten angesprochen, sagte der Tiroler: "Es läuft soweit alles okay, aber es fehlt ihm einfach der letzte Kick. Aber so genau kann ich das gar nicht beurteilen, weil ich schon länger nicht mit ihm trainiert habe."

Die Familie wird beim Heimspiel von Klingenthal trotzdem nicht fehlen

So schön kann Richard Freitag (29) fliegen. Er macht es aber derzeit zu selten. Seine Chancen auf die Heim-WM in Oberstdorf sind verschwindend gering.
So schön kann Richard Freitag (29) fliegen. Er macht es aber derzeit zu selten. Seine Chancen auf die Heim-WM in Oberstdorf sind verschwindend gering.  © dpa/Daniel Karmann

Oftmals zerstören schwere Knieverletzungen im Skispringen Karrieren. Doch bei Freitag liegt der Fall anders. "Die Hüfte merke ich manchmal noch ein bisschen, vom Sturz in Innsbruck damals. Ich habe sonst leider nichts Körperliches, auf das ich es schieben könnte", sagte Freitag.

Stattdessen spricht er von der psychischen Komponente und einer passenden Bewegung, die er "in einem Bruchteil von Sekunden" bringen müsse. "Das hat sich irgendwie verloren."

Die Familie wird beim Heimspiel von Klingenthal trotzdem nicht fehlen. Richards zehn Jahre jüngere Schwester Selina, die früher im Kinderwagen schon an der Schanze dabei war, ist fester Teil des Frauen-Teams und gilt als eines der größten deutschen Talente.

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"Ich fiebere auf jeden Fall mit. Sie hat sich super hingekämpft, das ganze Team hat eine tolle Dynamik. Ich hoffe, dass sich das weiter so entwickeln kann", sagte der große Bruder Richard.

Titelfoto: picture alliance / Angelika Warmuth/dpa

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