Klammer Vogtlandkreis: Landrat Keil wünscht sich Luxus-Drohne

Plauen - Ein Porsche für die Lüfte - das Landratsamt des Vogtlandes will sich für verschiedene behördliche Aufgaben eine Hightech-Drohne leisten. 

Der Copter soll unter anderem mit hochauflösender Kamera und Sensoren mit großer Messgenauigkeit ausgestattet werden.
Der Copter soll unter anderem mit hochauflösender Kamera und Sensoren mit großer Messgenauigkeit ausgestattet werden.  © imago images/MIS

Preislich greift der finanziell nicht gerade auf Rosen gebettete Landkreis dazu ganz oben ins Regal. Bei der Opposition ist man sich nicht ganz sicher: Hebt Landrat Rolf Keil (CDU) jetzt völlig ab?

Im geplanten Investitionshaushalt für die kommenden zwei Jahre steht die Anschaffung einer Drohne (oder eines Copters) für 45 000 Euro. Weil Landkreise üblicherweise nicht über eigene Drohnen verfügen, fragte man vorsichtshalber beim Landrat nach. Linken-Fraktions-Chef Henry Ruß: "Wir wollten sichergehen, dass sich hier niemand nur ein teures Spielzeug leistet."

Die fachspezifischen Anforderungen für die Drohne klingen wie ein Wunschzettel. Laut Pressesprecher Uwe Heinl soll sie in umfangreichen Gebieten zum Einsatz kommen: "Forst, Naturschutz, Abfallrecht, Bodenschutz, Wasserwirtschaft, Geoinformation und Katastrophenschutz." Für das Ordnungs- und Ausländeramt sind auch Einsätze vorgesehen.

Ein Copter-Experte meint, dass es solch eine "eierlegende Wollmilchdrohne" auf dem Markt noch gar nicht gibt - da muss wohl eine Spezialanfertigung her. Außerdem sei es sehr kühn, unerfahrenen Piloten eine so teure Drohne in die Hand zu drücken. Für die Schulungen und Lizenzen für zwei Mitarbeiter kalkuliert der Landkreis mit 4 000 Euro.

An 52 bis 80 Tagen pro Jahr - so der Plan von Landrat Keil - soll die Drohne eingesetzt werden. Über finanzielle Folgen der Unterhaltung steht noch nichts im Haushaltsplan. 

Für kühne Drohnen-Piloten gibt es im Vogtland vielfältige Herausforderungen wie die Göltzschtalbrücke - auch wenn das nicht ganz legal ist.
Für kühne Drohnen-Piloten gibt es im Vogtland vielfältige Herausforderungen wie die Göltzschtalbrücke - auch wenn das nicht ganz legal ist.  © imago images/Shotshop
Landrat Rolf Keil (65, CDU) will sein Vogtland künftig auch aus der Luft überwachen.
Landrat Rolf Keil (65, CDU) will sein Vogtland künftig auch aus der Luft überwachen.  © Steffen Füssel

Das Kamenzer Kompetenzzentrum für autonomes und elektrisches Fliegen weist darauf hin, dass für jede einzelne Landung einer solch schweren Drohne eine kostenpflichtige Genehmigung der Luftfahrtbehörde benötigt wird.

Titelfoto: Steffen Füssel, imago images/MIS

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