Nach Übernahme von Thüringer Fahrzeugbauer: Das wird jetzt im Plauener MAN-Werk gebaut

Plauen - Im Vogtland werden ab sofort keine Busse mehr umgebaut, sondern Rettungswagen produziert: Seit Anfang April hat das ehemalige MAN-Werk in Plauen einen neuen Eigentümer. Am Donnerstag erfolgte die offizielle Übergabe an den Thüringer Fahrzeugbauer "Binz".

Cathrin Wilhelm ist Geschäftsführerin der Firma "Binz".
Cathrin Wilhelm ist Geschäftsführerin der Firma "Binz".  © Hendrik Schmidt/dpa

Das Unternehmen aus Ilmenau kaufte das Plauener Werk kurz vor Ostern und rettete damit die Arbeitsplätze von 120 Beschäftigten.

Dem Werk drohte die Schließung, denn die VW-Tochter MAN kündigte im vergangenen Jahr an, tausende Stellen in Deutschland zu streichen.

Früher bauten die Angestellten im Vogtland Busse und Vans um, ab sofort stellen sie Sonderfahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienste her.

Als Erstes soll am neuen Standort eine Fahrzeug-Serie für das Technische Hilfswerk entstehen.

In Zukunft könnten in Plauen zudem auch Notarztautos, Krankenwagen, sowie Verletztentransporter für das Militär entstehen.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig geht von einer Erfolgsgeschichte aus

Die Firma "Binz" aus Ilmenau übernahm das MAN-Werk in Plauen.
Die Firma "Binz" aus Ilmenau übernahm das MAN-Werk in Plauen.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Wir wollen die Mitarbeiter aber zuerst an unsere Produkte heranführen", sagt Geschäftsführerin Cathrin Wilhelm (49). "Einige Plauener werden dafür auch nach Ilmenau entsandt."

Mit ihren neuen Mitarbeitern ist die Chefin zufrieden. "Sie sind motiviert und neugierig."

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD), der am Donnerstag einen Rundgang durch das Werk unternahm, geht von einer Erfolgsgeschichte aus.

Binz"-Chefin Cathrin Wilhelm zeigte Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) einen Rettungswagen.
Binz"-Chefin Cathrin Wilhelm zeigte Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD) einen Rettungswagen.  © Hendrik Schmidt/dpa
Abteilungsleiter Markus Spät (l.) und "Binz"-Mitarbeiter Ralf Schaller unterhalten sich über die Ausstattung eines Verletztentransporters für das Militär.
Abteilungsleiter Markus Spät (l.) und "Binz"-Mitarbeiter Ralf Schaller unterhalten sich über die Ausstattung eines Verletztentransporters für das Militär.  © Hendrik Schmidt/dpa

Dulig sagt: "Es ging nicht darum, ob es eine Perspektive nur für die Arbeitsplätze geben wird. Es ging immer um die Frage, welche Perspektive eine industrielle Region hat. Dass ein mittelständisches Unternehmen wie die Firma Binz Verantwortung übernimmt und sich auch mit einem großen Weltkonzern wie MAN auf Augenhöhe begegnet, das nötigt mir großen Respekt ab."

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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