Wenn das Sigmund Jähn wüsste: Weltraummuseum wird exORBITant teurer

Muldenhammer - Bereits im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Jürgen Mann angekündigt, dass die eingeplanten 3,2 Millionen Euro für den Erweiterungsbau der Deutschen Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz (Ortsteil von Muldenhammer) nicht ausreichen. Jetzt legt er Zahlen auf den Tisch - die benötigten 8,7 Millionen lösten ein Krisengespräch mit dem Ministerpräsidenten aus.

Sigmund Jähn überzeugte bereits 2019 den Ministerpräsidenten von der Erweiterung des Museums.
Sigmund Jähn überzeugte bereits 2019 den Ministerpräsidenten von der Erweiterung des Museums.  © Maik Börner

Bereits 2010 hatte Sigmund Jähn - der erste Deutsche im Weltall - gemeinsam mit dem Trägerverein ein Konzept ausgearbeitet, wie die Raumfahrtausstellung an seinem Geburtsort zu einem anziehenden Museum der Weltraumforschung werden kann. Doch erst nach seinem Tod (2019) bewilligte der Bundestag die Mittel zur Umsetzung.

Die Gemeinde beauftragte daraufhin eine Detailplanung und Kalkulation. Mit allem Drum und Dran kommt man für die interaktive Erlebnisausstellung Weltall auf 8 685 063 Euro und 82 Cent - eine Preissteigerung galaktischen Ausmaßes.

In dieser Woche fand eine Videokonferenz zwischen Michael Kretschmer, Vertretern des Bundesverkehrsministeriums und Abgeordneten statt. Muldenhammers Bürgermeister Jürgen Mann: "Man hat schon eingesehen, dass wir als kleine Gemeinde so ein Projekt niemals stemmen können."

Sigmund Jähn flog 1978 als erster Deutscher ins Weltall. Der Vogtländer wurde im April 2019 von den Lesern der Morgenpost zum "Wichtigsten Sachsen aller Zeiten" gewählt.
Sigmund Jähn flog 1978 als erster Deutscher ins Weltall. Der Vogtländer wurde im April 2019 von den Lesern der Morgenpost zum "Wichtigsten Sachsen aller Zeiten" gewählt.  © imago images/ITAR-TASS
So stellen sich die Architekten den künftigen Erweiterungsbau der interaktiven Exposition vor.
So stellen sich die Architekten den künftigen Erweiterungsbau der interaktiven Exposition vor.  © Architekturbüro Delta Plan Plauen
Bereits jetzt ist die Ausstellung ein Anziehungspunkt. Ab 1. Februar wird wieder mit 2G-Regeln geöffnet.
Bereits jetzt ist die Ausstellung ein Anziehungspunkt. Ab 1. Februar wird wieder mit 2G-Regeln geöffnet.  © Kristin Schmidt

Deshalb war er erleichtert, dass sich sowohl Freistaat als auch Bund weiter zu dem Projekt bekennen und eine Lösung suchen. Die soll - so der Plan - bis zur parlamentarischen Sommerpause gefunden sein. Mann: "Wenn alles glattläuft, könnte im Frühjahr kommenden Jahres der Spatenstich erfolgen."

Titelfoto: Bildmontage: Architekturbüro Delta Plan Plauen, imago images/ITAR-TASS

Mehr zum Thema Vogtland Nachrichten: