Nächster Halt: Piks! Sachsen schickt Impfzentrum auf Rädern

Wilsdruff - Die Debatte um mehr Freiheiten für Geimpfte hat den Ansturm auf die begehrten "Schutz-Pikser" noch einmal erhöht. Im Freistaat kommt der Impfstoff auch zum Interessenten: Mit einem Bus bringt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Impfungen nicht nur sprichwörtlich ins Rollen.

Impfung auf Rädern: Manfred Peters wird in einem Impfbus des DRK Sachsen von Krankenschwester Cornelia Perßen gepikst.
Impfung auf Rädern: Manfred Peters wird in einem Impfbus des DRK Sachsen von Krankenschwester Cornelia Perßen gepikst.  © dpa/Sebastian Kahnert

Etwa 600 Frauen und Männer aus Wilsdruff und Umgebung haben sich die Schutzimpfung in dieser Woche zum zweiten Mal "abgeholt" - in einem Impfbus.

Während die "Mobilen" in den ersten drei Monaten nach Beginn der Impfkampagne vorrangig Bewohner von Alten- und Pflegeheimen piksten, können sich aktuell Impfwillige auf dem Land über die Spritze auf Rädern freuen.

In Wilsdruff war der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Sachsen der "Glücksbote".

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Sachsen Bevorteilt MP Kretschmer Görlitz bei der Verteilung der Struktur-Millionen?

Aber auch die Malteser und Johanniter sowie die Bundeswehr sind an mobilen Impfteams im Freistaat beteiligt. Organisiert wird deren Arbeit vom DRK Sachsen.

Zu jedem Team gehören ein Arzt, eine Krankenschwester und zwei Helfer. Sie können pro Tag etwa 100 bis 150 Leute impfen. "Die Teams sind wochentags zehn Stunden und am Wochenende acht Stunden im Einsatz", so Albrecht Scheuermann vom ASB.

Manchmal gehe so eine Schicht auch länger. "Wir haben eine große Menge Teams, die seit Silvester jeden Tag unterwegs waren."

Nächster Halt: Corona-Impfung! Der rote Impfbus des DRK Sachsen vor dem Kleinbahnhof in Wilsdruff.
Nächster Halt: Corona-Impfung! Der rote Impfbus des DRK Sachsen vor dem Kleinbahnhof in Wilsdruff.  © dpa/Sebastian Kahnert

Impf-Boom hinter Gittern

In Sachsen wurden bislang 900 Knast-Bedienstete und 500 der rund 2780 Gefangenen vollständig gegen Corona geimpft. Die Quote liegt damit bei knapp einem Fünftel unter den Häftlingen, bei den Bediensteten sind es sogar rund die Hälfte.

Die Impf-Dichte hinter Gittern liegt damit deutlich über der für die Sachsen in Freiheit.

Insgesamt wurden bislang rund 588.000 Sachsen komplett geimpft - "nur" rund ein Sechstel. Nach Öffnung der Priorität 3 könnten nun auch die restlichen Häftlinge immunisiert werden.

Eine Justizbeamtin wird in der Turnhalle der Justizvollzugsanstalt Volkstedt geimpft.
Eine Justizbeamtin wird in der Turnhalle der Justizvollzugsanstalt Volkstedt geimpft.  © dpa/Sebastian Willnow

Bis Mitte Februar hatten sich 119 Mitarbeiter und 78 Gefangene mit dem Virus infiziert. Aktuell sind es noch zwei Häftlinge und 21 Bedienstete.

Titelfoto: Montage: dpa/Sebastian Kahnert (2)

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