Neubau in Planung: Dresdens Landtag soll auf diese Wiese ziehen

Dresden - Wieder verschwindet eine Brache: Nachdem auf der Fläche an der Kleinen Packhofstraße zwischen dem TAG24-Gebäude und der 2019 eingeweihten SPD-Zentrale jahrelang nur Gras gewachsen ist, soll dort bald ein bis zu siebengeschossiges Behördenzentrum des Freistaates entstehen.

Der Landtag mitsamt seines Präsidenten Matthias Rößler (65, CDU) wird erster Nutzer des Neubaus.
Der Landtag mitsamt seines Präsidenten Matthias Rößler (65, CDU) wird erster Nutzer des Neubaus.  © Ove Landgraf

Der Freistaat hat das rund 9300 Quadratmeter große Grundstück bereits gekauft. Kostenpunkt: sechs Millionen Euro. Insgesamt soll ein "hoher zweistelliger Millionenbetrag" investiert werden, teilt Alwin-Rainer Zipfl vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) mit. Dafür wird ein "Gebäudeensemble von hoher baulicher und funktionaler Präsenz" entstehen.

Die Planungen orientieren sich an dem Rahmenplan für das Gebiet, der einen Wechsel von Gebäude, Hof, Freiraum und eine wechselnde Höhenstaffelung zwischen vier und sieben Geschossen vorsieht.

"Wesentliches Element des Konzeptes ist die Herstellung einer Sicht- und Fußgängerachse von der Yenidze zur Dresdner Altstadt", so Zipfel. Auftakt zur Fußgängerachse soll ein siebengeschossiger Eckbau werden.

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In das Behördenzentrum einziehen sollen Verwaltungseinrichtungen des Landes. Erster Nutzer werden allerdings die Parlamentarier und Mitarbeiter des Landtages sein. Der Landtag soll nämlich saniert und erweitert werden und dafür müssen alle für knapp zwei Jahre raus.

Bis der Neubau bezogen werden kann, wird es aber noch dauern. Auch wenn unlängst Probebohrungen stattgefunden haben, ist der Baubeginn erst für 2022 geplant. Ziel für die Fertigstellung ist 2025.

2025 soll hier ein Neubau stehen.
2025 soll hier ein Neubau stehen.  © Norbert Neumann
Der Gebäudekomplex soll mit seiner Höhe einen Bezug zum Haus der Presse, dem Erlweinspeicher und dem Turmgebäude des Landtags herstellen.
Der Gebäudekomplex soll mit seiner Höhe einen Bezug zum Haus der Presse, dem Erlweinspeicher und dem Turmgebäude des Landtags herstellen.  © Norbert Neumann
Ende November fanden auf dem Areal Probebohrungen statt.
Ende November fanden auf dem Areal Probebohrungen statt.  © Petra Hornig

Betonklotz oder Schokotorte? Großer Ansturm auf Rathaus-Umfrage

Manch einer sieht bei dem Entwurf Ähnlichkeit mit einer Schokotorte.
Manch einer sieht bei dem Entwurf Ähnlichkeit mit einer Schokotorte.  © Landeshauptstadt Dresden

Wie soll das neue Verwaltungszentrum auf dem Ferdinandplatz aussehen? Das will das Rathaus seit Freitag von den Dresdnern wissen (TAG24 berichtete). Und das Interesse ist enorm. Bis gestern Nachmittag haben bereits mehr 2300 Dresdner an der Online-Umfrage teilgenommen, deren Ergebnis in die Jury-Entscheidung am 25. Januar einfließen soll.

Wie die Teilnehmer die beiden Entwürfe finden, die noch im Rennen sind, ist nicht ersichtlich. In den sozialen Medien ist die Meinung dagegen relativ eindeutig. Denn dort hält sich die Begeisterung für beide Entwürfe bislang in Grenzen.

"Box oder Box? Ich würde die Box bevorzugen", schreibt ein Nutzer bei Facebook. "Viel zu riesig und zu hoch. Was soll das?", fragt ein anderer bei Twitter. Und immer wieder ist von "Betonklotz", "Verschandelung" oder gar einer "Schokotorte" die Rede.

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Auch in der Jury ist nicht jeder von den Entwürfen begeistert. CDU-Stadtrat Mario Schmidt (45) sieht bei beiden Dinge, die ihm mehr oder weniger gefallen. "Deshalb bin ich auf die Reaktionen und Meinungen der Leute gespannt."

An der grünen Fassadenfarbe scheiden sich die Geister. Sie soll an das Rathausdach erinnern.
An der grünen Fassadenfarbe scheiden sich die Geister. Sie soll an das Rathausdach erinnern.  © Landeshauptstadt Dresden
CDU-Stadtrat Mario Schmidt (45).
CDU-Stadtrat Mario Schmidt (45).  © PR

Bei Facebook und Twitter hat er seine Follower deshalb auch aufgefordert, ihm ihre Meinungen zu schicken. Die Dresdner müssten die Entwürfe schließlich nachvollziehen und damit leben können. Immerhin koste das Verwaltungszentrum 140 Millionen Euro und soll für die Ewigkeit gebaut werden, sagt er.

Titelfoto: Norbert Neumann

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