Neue Corona-Verordnung: Laden-Lockdown bleibt, Lockerung bei Kinderbetreuung

Dresden - Die schlechte Nachricht zuerst: Sachsens Geschäfte bleiben dicht. Zumindest diejenigen, die nicht der Grundversorgung dienen.

Die strengeren Kontaktbeschränkungen hätten Kinder hart getroffen. Doch nun sind sie von der neuen Regelung ausgenommen.
Die strengeren Kontaktbeschränkungen hätten Kinder hart getroffen. Doch nun sind sie von der neuen Regelung ausgenommen.  © Wavebreak Media Ltd

Und jetzt die gute: Die Kontaktbeschränkungen fallen nicht so drastisch aus wie angekündigt.

Das sächsische Kabinett hat am Freitagabend die neue Corona-Schutzverordnung beschlossen.

(Was ab kommender Woche in Sachsen alles gilt, lest Ihr >> hier.)

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Abweichungen von der neuen bundesweit gültigen Kontaktbeschränkung (ein Hausstand plus eine weitere Person) gibt es bei der Kinderbetreuung, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD). Dafür dürfen sich zwei Haushalte weiterhin treffen und mit der Betreuung abwechseln. Köpping sprach von einer "lebensnahen Lösung".

Zuvor hatten sich dafür die Grünen stark gemacht. "Wir unterstützen die Beaufsichtigung von Kindern in engen Betreuungsgemeinschaften", so Kathleen Kuhfuß (41, Grüne).

Für den Vorschlag hatte sich schon am Donnerstag auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ausgesprochen. Änderungen zu den bisherigen Plänen gibt es auch bei der Corona-Testpflicht für Berufspendler aus Polen und Tschechien.

Sie sollen sich statt zwei- nur noch einmal pro Woche testen lassen müssen. Um den Unternehmen mehr Zeit zu geben, beginnt die Testpflicht erst am 18. Januar und damit eine Woche später als geplant. Die übrigen Regelungen vom 11. Januar bis zum 7. Februar.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).
Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU).  © DPA/Robert Michael

Vize-MP Dulig plädiert für Lockerungen erst ab Inzidenzwert von 50

Kathleen Kuhfuß (41, Grüne) hatte vorgeschlagen, dass bei der Kontaktregel "ein Hausstand plus eine weitere Person" Kinder nicht mitgezählt werden. Mit Erfolg.
Kathleen Kuhfuß (41, Grüne) hatte vorgeschlagen, dass bei der Kontaktregel "ein Hausstand plus eine weitere Person" Kinder nicht mitgezählt werden. Mit Erfolg.  © Kristin Schmidt

Geblieben sind die Regelungen für Schulen und Kitas: Sie bleiben bis 8. Februar zu (Ausnahme: Abschlussklassen). Die vorgezogene Winterferien-Woche gibt es nur noch auf dem Papier. Familien müssen zu Hause bleiben - die Regierung verbietet auch alle Reisen in Wintersportorte.

An den Ladenschließungen ändert sich nichts: Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat die Regelungen im Lockdown bestätigt. Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, dürfen demnach weiter nicht öffnen.

Das Konzept anderer Bundesländer, zur Rettung des Handels das Bestellen und Abholen von Waren in Geschäften zu erlauben, nannte Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) "klug", will es aber nicht einführen, "um möglichst wenig Bewegungen zu haben".

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Er plädierte für Lockerungen und Geschäftsöffnungen erst bei einer Inzidenz von 50 (Freitag: 297,6) - ein Todesstoß für viele Händler. Dulig: "Wir müssen damit rechnen, dass es nicht alle schaffen werden."

Beide Großeltern haben nach wie vor die Möglichkeit , sich um ihre Enkelkinder zu kümmern. Sonst bliebe nur der Kontakt übers Internet.
Beide Großeltern haben nach wie vor die Möglichkeit , sich um ihre Enkelkinder zu kümmern. Sonst bliebe nur der Kontakt übers Internet.  © imago images/Westend61

Empfehlungen hat die Staatsregierung für den ÖPNV und Unternehmen ausgesprochen: Betriebskantinen sollen nach Möglichkeit schließen, die Taktung von Bussen und Bahnen so organisiert werden, dass eine Auslastung von 25 Prozent erreicht wird.

Titelfoto: Wavebreak Media Ltd

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