Neue Waffe gegen Tierseuche: Spezialhunde gehen in Sachsens Wäldern auf Wildschwein-Streife

Dresden - Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) holt sich Sachsen jetzt vierbeinige Hilfe aus Mecklenburg. Seit dieser Woche durchstreifen spezielle Kadaver-Spürhunde die Wälder - auf der Suche nach toten Wildschweinen.

Ausbilderin Anja Blank lobt ihren Hund Bertha nach dem Auffinden eines zu Trainingszwecken ausgelegten Wildschweinkopfs.
Ausbilderin Anja Blank lobt ihren Hund Bertha nach dem Auffinden eines zu Trainingszwecken ausgelegten Wildschweinkopfs.  © DPA

Sie tragen Warnwesten und GPS-Sender. Vier Deutsch-Drahthaar-Hunde aus Mecklenburg-Vorpommern sind seit Wochenmitte mit ihren Herrchen und Frauchen auf Patrouille in sächsischen Wäldern. Sie sollen tote oder kranke Wildschweine aufspüren, die sich zum Sterben ins Unterholz zurückgezogen haben.

Da die Vegetation mit steigenden Temperaturen immer dichter wird, haben die bislang eingesetzten menschlichen Fallwildsucher immer mehr Probleme, die oft mit dem ASP-Virus infizierten Kadaver zu finden.

Ausgebildet hat die Spürhunde Berufsjägerin Anja Blank (36). "Die Hunde haben eine Spezialausbildung und müssen besonders gehorsam sein", erzählt sie.

Schließlich dürfen die Vierbeiner nicht ihrem eigentlichen Jagdtrieb folgen und gesunden Wildschweinen oder anderen Waldbewohnern nachstellen. "Sie agieren im Nahbereich, also nur 30 bis 50 Meter vom Hundeführer entfernt", erklärt die Ausbilderin.

Bei einem Fund dürfen die Spürhunde auch nicht laut losbellen, sondern müssen "still anschlagen". "Das heißt, sie bleiben still dort liegen, gehen aber nicht an den Kadaver heran, um sich nicht zu infizieren."

Ein Spezial-Spürhund ist so effektiv wie zehn menschliche Sucher

Nach Angaben des Sozialministeriums Sachsen ersetzt ein Kadaversuchhund in seiner Effektivität zehn menschliche Fallwildsucher. "Wir müssen die infizierten Wildschweinkadaver möglichst schnell finden und bergen, denn je mehr verendete Tiere im Wald, auf Wiesen und Feldern liegen, umso länger kann das Virus überleben und sich ausbreiten", erklärte Ministerin Petra Köpping (62, SPD).

Weil es in Deutschland bislang nur wenige auf die Suche von toten Wildschweinen trainierte Spürhunde gibt, will Sachsen fortan selbst solche Kadaver-Teams ausbilden. Nach Angaben des Sozialministeriums laufen dazu unter Federführung des Landesjagdverbandes die Vorbereitungen.

Titelfoto: DPA

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