Nicht nur die Spargelernte bereitet Landwirten jetzt Sorge

Dresden - Den Landwirten fliegt die Krise um die Ohren. "Wenn es ums Essen geht, hängen wir alle zusammen", sagt Torsten Krawczyk, Präsident des Landesbauernverbands Sachsen. Die Grenzen sind geschlossen, ausländische Kräfte werden während der Krise wohl ausfallen. 

René Heidig bewirtschaftet zehn Hektar Spargelfelder. Er macht sich Sorgen um den Absatz.
René Heidig bewirtschaftet zehn Hektar Spargelfelder. Er macht sich Sorgen um den Absatz.  © Norbert Neumann

In Sachsen gibt es 20.000 Saisonarbeiter - jeweils 10.000 aus Polen und Tschechien. Wer soll also das Gemüse ernten?

Besonders hart treffe es laut Krawczyk die Milch- und Fleischwirtschaft. Hier sei es besonders schwer, geschulte Ersatzkräfte zu finden: "Ein Laie kann schließlich keine Schweinehälften zerlegen."

Wie können Landwirte die Lücken schließen? "Die nächsten zwei bis drei Wochen können wir noch alles gut beherrschen, unsere Kräfte sind motiviert. Sollte die Krise aber länger andauern, gehen wir an unsere Grenzen." 

Derzeit suche man nach flexiblen Lösungen - etwa durch Freelancer, die derzeit kein Einkommen haben. 

Ab Montag, so der Bauernpräsident, werde man sehen, wie es weitergeht.

Große Frage: Wie viel Spargel wird überhaupt benötigt?

Ab Anfang April werden in Sachsen die ersten Spargelstangen gestochen. Die Agrar GbR Naundörfel bewirtschaftet in Diera-Zehren zehn Hektar Spargel. Auch hier steht man neben dem Ausfall von Arbeitskräften vor einem weiteren Problem: dem Absatz.

"Was mich derzeit umtreibt, ist, wie viel Spargel wir dieses Jahr überhaupt ernten müssen", sagt René Heidig, Gesellschafter der Agrar GbR Naundörfel. "Wenn Gaststätten weiterhin geschlossen bleiben, bricht ein Großteil der Kundschaft weg."

Der Spargel, so Heidig, müsse weiterhin als notwendiges Lebensmittel eingeschätzt werden.

Aktuelle, lokale Infos gibt's im +++ Coronavirus-Dresden-Liveticker +++

Aktuelle Infos aus Dresden und der Welt gibt's im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Titelfoto: Norbert Neumann

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0