Not-Ernte in Sachsen! Bauern fahren schon jetzt das Getreide ein

Meißen - In Teilen Sachsens hat es bereits ordentlich gestaubt: Die ersten Mähdrescher rollen über die Felder. Betroffen von der Not-Ernte sind unter anderem das Leipziger Umland und der Raum Meißen.

Ein Mähdrescher der Agrarprodukte Kitzen erntet Gerste auf einem Feld bei Leipzig. Üblicherweise beginnt hier die Ernte erst etwas später im Juli.
Ein Mähdrescher der Agrarprodukte Kitzen erntet Gerste auf einem Feld bei Leipzig. Üblicherweise beginnt hier die Ernte erst etwas später im Juli.  © Jan Woitas/dpa

Die Wintergerste muss anders als in zurückliegenden Jahren bis zu drei Wochen eher vom Acker, will man nicht in Kauf nehmen, dass sie verdirbt.

Grund ist die Hitze der vergangenen Tage und ausbleibender Regen. "Das macht sich in der Qualität des Korns schon bemerkbar", sagt Thomas Zaeske vom Landesbauernverband. "Das Getreide bildet weniger Inhaltsstoffe aus."

Sollte diese Entwicklung anhalten, bekäme das auch der Weizen irgendwann zu spüren. Ihn müssen die Landwirte aktuell noch nicht dreschen. "Wenn Weizen nicht die an ihn gestellte Qualität mitbringt, eignet er sich auch nicht zum Brotbacken", warnt der Experte.

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Zur Einordnung: Allein eine Fläche von einem Hektar dieses für die Bäckerzunft so wichtigen Korns reicht aus, um die jährliche Brotration von 120 Personen sicherzustellen. 450 Hektar sorgen umgerechnet dafür, dass eine Stadt wie Görlitz satt wird.

Eine Prognose zur Ernte sowie zur Getreidegüte und -menge wollte der Verband zunächst nicht abgeben. Dazu würden noch Daten gesammelt, erklärte Sprecherin Diana Henke. Zur Monatsmitte will der Bauernverband detailliert Auskunft geben.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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