Nur noch Verluste! Sachsens Bauern in der Schweine-Krise

Dresden - Schweine-Krise in Sachsen: Nach Angaben des Landesbauernverbandes (LSB) fahren Schweinebauern im Freistaat nur noch Verluste ein. Schuld ist vor allem eine Seuche, die Schlachtungen hier unmöglich macht.

In einem sächsischen Schlachtbetrieb werden Schweinekeulen zerlegt. Seit die ASP-Seuche im Freistaat grassiert, dürfen Schweine aus diesen Gebieten hier nicht mehr geschlachtet werden.
In einem sächsischen Schlachtbetrieb werden Schweinekeulen zerlegt. Seit die ASP-Seuche im Freistaat grassiert, dürfen Schweine aus diesen Gebieten hier nicht mehr geschlachtet werden.  © Jan Woitas/dpa

Bei einem durchschnittlichen Schwein in Sachsen liege der Verlust für den Landwirt inzwischen bei 50 bis 80 Euro, berichtet LSB-Präsident Torsten Krawczyk. "Da können Sie sich vorstellen, dass die Bauern sagen: Wir hören auf."

Die Gründe: Die Nachfrage nach Schweinefleisch breche einerseits europaweit weiter ein, berichtet Krawczyk. Andererseits bereite den Tierwirten in Sachsen die Afrikanische Schweinepest (ASP) massive Probleme.

Die Tiere müssten zum Schlachten bis nach Schleswig-Holstein gebracht werden, weil es nur dort einen zertifizierten Schlachthof für Schweine aus den ASP-Gebieten gebe, so Krawczyk.

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Dadurch seien die Transportkosten besonders hoch, und für die Tiere sei der Transport enormer Stress. Überhaupt fehlten in Sachsen Schlachtkapazitäten für Schweine, bemängelt der LSB-Chef.

Krawczyk mahnt

Fordert in der Schweine-Krise mehr Unterstützung von der Politik: Landesbauernführer Torsten Krawczyk (46).
Fordert in der Schweine-Krise mehr Unterstützung von der Politik: Landesbauernführer Torsten Krawczyk (46).  © Steffen Füssel

Der Verband kritisiert, dass das sächsische Landwirtschaftsministerium nicht genügend unternehme, um die Bauern angesichts der ASP und Corona zu unterstützen.

"Wir brauchen sächsische Programme, die sächsische Schweinewirtschaft fördern", mahnt Krawczyk.

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa/Steffen Füssel

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