Offener Brief an MP Kretschmer: Sächsische Verbände wollen Wolfs-Abschuss

Dresden - Der Wolf hat sich in Sachsen breitgemacht. Die Rudel gefährden nach Ansicht von mehreren Landwirtschaftsverbänden Ziegen, Schafe und Pferde. Vertreter fordern nun einen "anderen Umgang" mit den Wildtieren.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) soll's richten und auf den Abschuss von Wölfen hinwirken.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) soll's richten und auf den Abschuss von Wölfen hinwirken.  © DPA/Robert Michael

Konkret geht es darum, den Schutzstatus der höchsten Kategorie "streng geschützte Art" bundesweit aufzuheben und den Wolf nur noch als "geschützte Art" zu führen.

Um darauf hinzuwirken, unterzeichneten Verbandsvertreter bei einem Treffen von sechs Verbänden im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau gemeinsam mit dem Bautzener Landrat Michael Harig (61) einen offenen Brief an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU).

"Eine Entnahme von Wölfen, nicht nur der kritischen, muss möglich sein", so der Vizepräsident des Landesjagdverbandes, Wilhelm Bernstein (67). Mit Entnahme ist der Abschuss von Tieren gemeint.

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Nach Angaben des Landesbauernverbandes steigt die Zahl der Wolfsübergriffe auf Weidetiere rasant. Danach wurden von Jahresbeginn bis April 2021 noch 84 bestätigte Wolfsrisse erfasst, in diesem Jahr seien es im selben Zeitraum bereits 165 gewesen.

Der Wolf gefährdet nach Ansicht sächsischer Landwirtschaftsverbände die Weidetierwirtschaft.
Der Wolf gefährdet nach Ansicht sächsischer Landwirtschaftsverbände die Weidetierwirtschaft.  © dpa/Alexander Heinl

Laut Fachstelle Wolf beim Landesumweltamt gab es 2020/21 im Freistaat 28 Rudel und drei Wolfspaare.

Titelfoto: Montage: dpa/Robert Michael; dpa/Alexander Heinl

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